Bauarbeiten am Haus

Seit fünf Wochen haben wir die Bauarbeiter/Handwerker im Haus. Das schreibe ich mit einem schrägen beziehungsweise Strich, weil hier Handwerker meist „Mädchen für alles“ = Alleskönner sind. Was wird gemacht? Die Dachterrasse, WC, Waschraum, neue Treppe nach oben, die Innenhöfe und theoretisch auch die Fassade des Hauses. Klingt viel? Ist es auch. Heute plaudere ich mal aus dem Bauarbeiten Nähkästchen.

Um 8 Uhr morgens geht es los. Normalerweise bis 18 Uhr abends, aber unsere Handwerker bevorzugen es, keine Pause zu machen und lieber um 16 Uhr zu gehen. Es sind drei an der Zahl, die sich hier ins Zeug legen. Zwei Zimmerchen sind schon entstanden. Sand ist gekommen. Ziegelsteine wurden geliefert. Jede Menge Säcke an Betonpulver stapeln sich vor unserer Haustür. Wir haben eine Seilwinde auf dem Dach, mit der eimerweise Material nach oben geschafft wird. Es gibt keine Betonmischer – alles wird per Hand gemischt. Das ist wie beim Kuchen backen. Großer Haufen Pulver, in die Mitte Wasser drauf, mischen. Dann eimerweise zur gewünschten Stelle schleppen.

Der vordere Teil des Hauses hatte ein „Spitzdach“, welches begradigt werden musste und eine Mauer rundherum benötigte, damit niemand runterfällt. Dann kam ein Raum für Geräte und andere Sachen. Und ein WC im hinteren Bereich der Terrasse.

Noch immer sind wir mittendrin. Es wird verputzt, Kabelkanäle für Licht gelegt, Wasserleitungen, Anschlüsse und neuer Abfluss für das Bad. Wie sieht es eigentlich mit einer Baugenehmigung aus? Am Anfang wollte mein Mann gleich zum Rathaus und den Bau melden. Der Ingenieur meinte allerdings „Nein, wir warten bis die vom Kontrolleure kommen.“ Und sie kamen, notierten alles und ließen eine Verwarnung da – „Nicht angemeldete Bauarbeiten“. Mein Mann musste hin, Fotos mitbringen, etwas unterschreiben, Geld bezahlen und nun haben wir eine Genehmigung für 4 Wochen Bauarbeiten. Drei Wochen waren da schon um. So funktioniert das also, brummte ich stirnrunzelnd, wobei mein Jura-Herz schrie: Falsch! Du musst das melden! Alles korrekt angeben…

Unsere Häuser hier in der Siedlungen, sind wie Reihenhäuser aneinander geklatscht. Links, rechts und hinten haben wir Häuser die direkt an unserer Grenzen. Das bedeutet, dass das WC oben, zum Beispiel, nach hinten kein Fenster haben darf, für den Fall, dass der Nachbar hinter uns, auch noch hochbauen möchte. Was absurd ist, weil wir alle am Hang wohnen. Momentan hat der nur ein Erdgeschoss und ist quasi in unserem Keller (den wir natürlich nicht haben). Wenn er eine oder sogar zwei Etagen draufbaut, erreicht er gerade mal unsere 1. Etage. Trotzdem, Regeln sind Regeln. Sollten wir nach hinten raus ein Fenster haben wollen, müssten wir eine Extra-Genehmiung haben uns darüber hinaus müssten wir das gesamte Haus von hinten verputzen und „schön machen“. Momentan ist es purer Ziegelstein, vielleicht ein bisl verputzt. Niemand macht sich die Mühe, bei dieser Bauweise rundherum zu verputzen. Deshalb sieht Mexiko auch oft so hässlich und unfertig aus. Schade drum. Fenster im Badezimmer ist also nun vorne neben der Tür. Wat soll’s.

Ein Ende ist bisher noch nicht in Sicht. Ich schätze auf weitere fünf Wochen, wegen dieser ganzen Details. Aber das ist nur meine Einschätzung. Bezahlt wird $3000 (150€) pro Woche pro gelerntem „maestro“ und ein Assistent mit $1200 (60€) – das Gehalt wird von ihnen bestimmt. Das Material zahlen natürlich wir.

So sieht es bisher aus, auf unserer Baustelle. Ich werde sicherlich noch einmal berichten, wie es weitergeht. Bis dahin, frohes Schaffen an alle.


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