Der Tag der Toten war ein schöner sonniger Tag und seitdem war es hier gar nicht mehr kalt. In Deutschland soll es wohl ähnlich sein. Einer der mildesten November seit langem. Ich befürchte ja, dass der Winter besonders kalt wird. Mein zweiter Winter hier – ohne Heizung. Mal sehen, wie das wieder wird.

In der Universität war die letzte Woche zwei Tage Streik an der Tagesordnung. Ich glaube heute haben sie „nur“ das Rektorat besetzt. Es geht immer noch, wie schon seit Jahren darum, dass die Universität nicht die Versicherungs- und auch nicht die Rentenbeiträge bezahlt hat. Stattdessen mit dem dafür gedachten Geld neue Leute eingestellt hatte, die dann den Rektor wählen sollten. Wie so oft, politische Beweggründe. Es fehlen über 300 Millionn Pesos. Die ganze Uni ist ein Sumpf. Selbst die Studenten des ersten Semesters wissen das und fragen doch tatsächlich meinen Freund, als ihren Dozenten, in den ersten Wochen des Semesters, auf welcher Seite er stehen würde – so politisch. Welchem Lager er angehöre. Wahnsinn. Noch grün hinter den Ohren, aber über so etwas Bescheid wissen.
Unser Familienleben läuft in diesem November recht beschaulich. Nichts Aufregendes. Der Kleine zieht sich überall hoch und ich hoffe sehr, dass er vor seinem ersten Geburtstag laufen wird. Das kann ich gut gebrauchen, wo wir im nächsten Frühjahr unseren zweiten Nachwuchs erwarten. Aber das nur am Rande. Außerdem werden die Silben von Tanok immer deutlicher. Ich bin gespannt, was sein richtiges erstes Wort sein wird und wie es mit dem Spanischen läuft. Ich spreche momentan nur Deutsch mit ihm. Aber alle anderen natürlich nicht. Mama und Papa kann er schon sagen, aber er gebraucht es noch sehr ziellos. Wenn er weinen möchte oder quängelt oder irgendetwas will, dann kommt schon die Silbenfolge Mamamama über seine Lippen, er weiß das schon sehr gut, was es bedeutet, nur weiß ich nicht, ob das zählt. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.
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