Schulstart im Lockdown

Seit dem 24. August hat die Schule wieder angefangen. Da wir in Zacatecas, und quasi überall in Mexiko, noch immer im Lockdown sind (Die Ampel befindet sich in Zacatecas derzeit auf Orange – Stufe 3), findet die Schule zuhause statt. Vier Wochen sind nun um. Wir haben hier nun auch ein Grundschulkind. Tanok, unser ältester Sohn, wäre jetzt eingeschult worden. Ich sage wäre, weil das Kind seine Schule ja noch nie von innen gesehen hat. Seine Lehrerin kennt er nur aus einem Video-Anruf. Und vermisst sie. Er fragt, wann er seine Lehrerin wieder sehen kann, damit sie mit ihm eine Aufgabe machen kann.

Es ist herzzerreißend und es ist anstrengend. Ich habe viel nachgedacht in den letzten Tagen. Ich war wütend und verwirrt. Ich war hilflos und lustlos. Ich war unmotiviert und habe gelacht und war zickig. Wenn ich all diese Emotionen durchlaufe, wie geht es dann meinem Kind? Homeschooling ist eine riesen große Herausforderung für alle Familienmitglieder und die Lehrer. Ich weiß, dass die meisten Menschen auf der Welt von März bis Juni bereits dieses Thema durchgegangen sind, aber da war es für uns als Familie noch keine Realität. Erstmal war es zu der Zeit für uns noch Ausnahmezustand und zweitens hatten wir nur Vorschulkinder. Auch die Erzieher haben es recht locker genommen und ich war beruhigt, dass Tanok meines Erachtens nach recht fortgeschritten ist für seine 5 Jahre.

Tanok geht nun auf eine öffentliche Schule. Die Mittel sind dort beschränkt. Wir haben eine offizielle E-Mail-Adresse von der Regierung. Ein Google-Konto und nutzen Classroom für die Hausaufgaben. Derzeit haben wir 5 Aufgaben jeden Tag für Tanok bekommen. Motorik, Mathe, Sozialkunde, Umweltkunde, Schreiben und dann gibt es noch Lesen und Ethik, aber das hatten wir bisher noch nicht. Ab der 2. Woche kam noch Sport und Englisch dazu – das sind andere Lehrer.

Diese Woche nun wurde das System etwas umgestellt. Wir haben 4 Aufgaben pro Tag außerdem kommen Video-Anrufe der Lehrer hinzu. So hatte Tanok bereits Sportunterricht und heute auch eine Vorstellungsrunde mit seinen Klassenkameraden. 22 von 36 waren online. Viele Eltern arbeiten und können das Homeschooling nicht in ihren Alltag integrieren. Am Ende leiden die Kinder darunter. Wir können nur das Beste hoffen für Januar, denn in diesem Jahr werden die Schulen bestimmt noch nicht geöffnet.


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