Anmeldung für die Grundschule

Anfang Februar haben wir Tanok, unseren größten Sohn, für die Grundschule angemeldet. Für die staatlichen Einrichtungen, wie Vorschule, Grundschule, weiterführende Schule gilt es, sich im Februar anzumelden. Ich betone: für staatliche Einrichtungen. Es ist hier in Mexiko auch völlig normal sein Kind auf eine private Schule zu schicken; die gibt es hier wie Sand am Meer. Wer es sich leisten kann, tut dies meist auch. Wir als Eltern lehnen dies aus verschieden Gründen ab.

Erstens ist mein Mann aus einer armen Bauern-Familie das beste Beispiel dafür, dass man auch auf dem staatlichen Wege mit Stipendien und Leistung viel erreichen kann. Er hat seinen Master in Mexiko-Stadt gemacht, seinen Doktor in Deutschland am Max-Planck-Institut. Dies spricht also in erster Linie nicht gegen das staatliche System.

Zweitens bin ich der Meinung, dass die Schule noch so toll sein kann, wenn der Schüler nicht lernt, bringt ihm das alles nicht. Und umgekehrt: Wenn ein Schüler wissbegierig ist, dann ist es ihm egal, was gelehrt wird und saugt alles auf und sucht sich womöglich in seiner Freizeit selber Lernstoff, in den Bereichen, die ihn interessieren.

Drittens. Viele schicken ihre Kinder auf private Schulen wegen der Fremdsprachen. Auf staatlichen Schulen fehlt oftmals ein Englischlehrer. Unsere Kinder sprechen Spanisch, von Haus aus lernen sie außerdem Deutsch. Mit Englisch können auch wir ihnen helfen. Alles andere wird sich zeigen.

Viertens. Ich bin zu geizig 2500 bis 16 000 Pesos pro Monat – 125€ bis 800 € – für ein Kind an eine Privatschule zu zahlen. Die Qualität der Lehre ist hier in Zacatecas nicht sicher. Viele Lehrer sind nur an der Schule, weil sie nichts besseres bekommen haben und gehen, wenn sie etwas besseres finden. Die Fluktuation ist hoch. Das gibt den Kindern Unsicherheit. Mal an jemanden gewöhnt, ist er nächsten Monat womöglich nicht mehr da… nicht sehr sympatisch.

Somit haben wir unsere Gründe, die Kinder hier in unserem Viertel auf eine staatliche Grundschule zu schicken. Die Anmeldung erfolgte über das Internet..Punkt 10 Uhr öffnete sich das System um den Jungen einzuschreiben. Zur Hand hatten wir den CURP – eine Nummer, die jedem Staatsbürger oder Einwohner (ich habe auch eine) zugeteilt wird. Seinen Namen, den Namen der Grundschule, in die wir ihn einschreiben wollen und ersatzweise eine andere Grundschule. Wir waren 2 Wochen vorher beim Direktor, um uns zu erkundigen, wie die Vor-Einschreibung vonstatten geht. Er erklärte es uns geduldig und warnte uns, dass wir uns bereithalten sollten, weil es nach 15 Minuten oftmals keine Plätze mehr gebe.

Eine Woche vor Einschreibungstermin waren vor den Schulen die Voraussetzungen angepinnt.

So saßen wir also mit zwei Laptops am Tisch, mein Mann und ich, um unseren Sohn einzuschreiben. Die betreffende Seite aktualisierten wir ungeduldig alle 10 Sekunden. Wir waren aufgeregt, unwissend, was uns erwarten würde. Würden wir es nicht schaffen ihn einzuschreiben, so müsste mein Mann zur Schulverwaltung, und anklagen, dass wir in der Nähe wohnen (300 Meter Luftlinie) und wir gerne einen Platz für unseren Sohn beanspruchen würden. So wie hunderte andere Eltern wahrscheinlich auch. Das würde Warten bedeuten. Diesen Aufwand wollten wir gerne vermeiden, daher waren wir etwas nervös.

Punkt 10 Uhr funktionierte es dann auch mit der Internetseite und ganz schnell versuchten wir beide, die Daten unseres Sohnes einzugeben. Klugerweise hatten wir seine CURP in der Zwischenablage und mussten diese nur einfügen. Da unser Sohn bereits in eine staatlich registrierte Vorschule geht, war sein Name überraschenderweise schon im System und wir mussten nur die Namen der Eltern, die gewünschte Grundschule und seine Versicherung angeben. Bei der Grundschule hakten wir, weil die Grundschule mit einer falschen Straße auftauchte. Aber die Kennnummer war richtig und so klickte ich schnell weiter – nicht mal überprüfend, ob unsere Namen richtig waren. Nach 3 Minuten war der Spuck vorbei, ich hatte eine Einschreibungsnummer, konnte das offizielle Blatt ausdrucken oder abspeichern und Schluss – da saßen wir und schauten uns an, überrascht, dass kein Drama eingetroffen war, wie wir dachten. Nun waren wir froh – Wir hatten unseren ersten Sohn für die Grundschule eingeschrieben! Was für eine Aufregung.

Was das alles noch für ihn bedeuten wird, neue Freunde, neuer Rhythmus, neue Lehrer, etc. das bleibt abzuwarten. Im August sind wir schlauer – was wichtig ist zu wissen, um 8 Uhr morgens geht es los, um 2.30 Uhr ist Schluss. das zählt schon zu einer langen Unterrichtszeit. Normalerweise ist wohl um 13 Uhr Schulschluss. Es bleibt also spannend beim Thema Grundschule.


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