Handwerker in Mexiko. Es gibt hier für alles jemanden, habe ich so das Gefühl. In Deutschland wüsste ich nicht, wo ich hingehen soll, für gewisse Arbeiten — außer vielleicht in den Baumarkt.
In dem Viertel, in dem wir jetzt wohnen – so richtig Mexiko, ihr wisst schon…, gibt es neben dem ganzen Lebensmittel-, Tortilleria- und Panaderia- und Fruteriakram eben auch die Handwerker. Ein Glaser, der auch mit Aluminium arbeitet – Fenster wohl, ein Tischler für Möbel, einer der nur Gardinen macht (so scheint es), ein Handwerkerzubehörgeschäft (was für ein Wort), also Art kleiner Baumarkt. Einer, der Autos repariert und einer der nur Autozubehör verkauft. Kleine, kleine Geschäfte.
Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass man mit Handwerkern gut im Voraus planen sollte!! Wenn zwei Wochen gesagt wird, dann sollte man mindestens mit vier rechnen – ich verdopple den genannten Zeitraum immer insgeheim, um nicht enttäuscht oder sogar wütend zu werden. Alle arbeiten prima, keine Frage, oder fast alle, ich will ja nicht übertreiben, aber das zeitliche, geht gar nicht. Unser Auto ist momentan wegen eines mysteriösen Geräusches seit fast fünf Wochen (!) in der Werkstatt. Da starrt mir nur Ungläubigkeit entgegen, wenn ich mit Deutschland skype. Sie nehmen es nun ein drittes Mal auseinander. Das ist das eine. Aber wenn ich so einen Klienten habe, dann konzentriere ich mich auf ihn, bzw. auf sein Auto, damit er recht bald zurück hat. Das passiert hier wohl nicht. Ich wette, er nimmt andere Aufträge weiterhin an, klar er braucht das Geld. Verstehe ich. Trotzdem blöd. Ich brauche unser Auto für die nächste Woche!!! Es naht Besuch meiner Mutter aus Deutschland.
Zurück zum Einzelhandel:
Ein Blumenladen, Schreibwarengschäfte, gleich mehrere (die Schulen sind hier nicht weit). Auch Kinderspielzeug und Geschenkartikelläden und der Klassiker: die Plastikläden – da gibt es alles aus Plastik, welches hier noch groß geschrieben wird. Kisten, Körbe, Hocker, Kästen, Besen, Deckel, Eimer, Tonnen, etc.
Ich finde das so niedlich mit den kleinen Geschäften und bin fasziniert, dass die sich über Wasser halten können. In dem anderen Viertel, wo wir gewohnt hatten, gab es auch so einen kleinen Laden. Das war allerdings ein Uno más uno – das ist eine Kette, wie früher wohl die Sparläden in Deutschland. Da gab es wirklich irgendwie alles. Und in kleinen Mengen dazu. Also, ich spreche von Lebensmitteln. Eier, die leckersten bolillos , die man ich vorstellen kann. Öl, Mehl, Zucker, Kekse, Chips, Bier, Saft, Milch Joghurt. Alle Grundnahrungsmittel und darüber hinaus. Ich brauchte mal Feuchtigkeitstücher für Babys, habe einfach mal gefragt und tatsächlich! Bunte Streusel zum Kuchen verzieren? Klar! Pappteller, weil mehr Gäste auf der Party erschienen sind? Klar! Der Laden ist super. Vermisse ich hier etwas – aber ich denke, ich muss nur suchen. So was fast ähnliches habe ich schon gefunden und die Bolillos sind da auch lecker.

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