Wie ist das mit der Zweisprachigkeit?

Ich habe da so ein Unterthema – eine Kategorie, die heißt Zweisprachigkeit. Die habe ich allerdings noch nie benutzt, bzw. einen Artikel dort eingeordnet. Warum? Mein Sohn spricht noch nicht. Er sagt „Mama“ und „Mamaeee“ (was Papa ist) und „Baba“ (was Papa ist) und „Wauwau“ und „Hmhmhmm“ (das ist Hunger) und „nene“ (das könnte niña, oder nena heißen, was für weibliches Kind/Baby gilt, aber wir sind nicht sicher) und „nein“. Das war es.

Trotzdem kann ich ja schon einmal anfangen, darüber zu sprechen, wie wir das so handhaben und wie ich mir das vorstelle. Bald, ganz bald kommen bestimmt mehr Worte. Ich mache mir da übrigens überhaupt keine Gedanken. Jungs sind wohl im allgemeinen sprachfauler und wenn es ins Zweisprachige geht, dann soll sich das ganze wohl auch nochmal verzögern. Also vor dem dritten Geburtstag werde ich hier keinen Alarm schlagen.

Er versteht ja. Er versteht mehr Deutsch als Spanisch. Aber er versteht. Daher habe ich noch weniger Sorge, dass er mal losplappert. Von Natur ist er eher der langsamere, bedächtigere Typ.

Ich spreche ausschließlich Deutsch mit ihm. Außer ich bin bei den Schwiegereltern oder bei anderen Leuten zu Gast, dann spreche ich auch mal beides mit ihm, weil ich nicht unhöflich sein will, dass sie mich nicht verstehen. Ich möchte dieses Misstrauen, Ausländern gegenüber, was durch die Sprachbarriere entsteht, wohl nicht wecken. Anders kann ich mir mein Verhalten nicht erklären. Ich möchte das aber gerne ablegen. Sollte mich nicht interessieren, was andere Leute denken.

Zuhause wird Deutsch gesprochen (eigentlich). Auch mein Mann nutzt hier eher eine Mischung beider Sprachen. Das sollte er sich auch abgewöhnen, weil Tanok bald in die Kita kommt und da schnell genug Spanisch lernen wird. Wahrscheinlich fängt er dann auch an zu sprechen, weil er sich ja mitteilen muss, wenn er nicht mehr im Mittelpunkt steht, wie hier zu Hause. Und dann könnte das Deutsche schnell unter den Tisch fallen.

Was mache ich noch? Telefonieren mit Deutschen, jede Menge deutsche Kinderbücher, deutsche Kinderlieder und so weiter… Ich forme seine Sprachsensibilität fürs Deutsche (hoffentlich).

Alles in allem also Deutsch zu Hause und Spanisch „draußen“. Ich hoffe, dass es in Zukunft den gewünschten Effekt hat, nämlich, dass unsere Kinder ihre beiden Muttersprachen beherrschen. Ich habe fest vor, mich da Zuhause auch noch als Lehrerin zur Verfügung zu stellen, wenn es ans Schreiben geht. Aber da haben wir ja noch ein paar Jahre…


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