Wir haben November, wer hätte das gedacht. Schande auf mein Haupt, dass ich so lange nicht geschrieben habe. So kann es passieren, solche Zeiten im Leben gibt es auch mal. Bei mir ist es wohl gerade so weit, dass ich nicht viel im Kopf habe außer Haus und Kind. Na, und natürlich noch ein paar andere Sachen.
Vor einer Woche traf der Hurrikan Patricia auf die Küste Mexikos. Zum Glück ist nicht viel passiert. Auch bei uns hat es nur geregnet und es war nicht mal windig. Alles also ohne große Sorge überlebt.
An einem anderen Tag bin ich auf dem Weg in die Stadt und wie aus dem nichts taucht plötzlich Polizei aus und hält einen SUV, einen Geländewagen, an. Zwei Jugendliche werden festgehalten, die anderen dürfen weiter. Ich muss dazu sagen, für mich in Gedanken versunken, war das aus dem Nichts. Aber es schien mir, als hätten sie den SUV verfolgt. Ich bin nur um die Ecke gebogen und stand plötzlich vor sechs Polizeiwagen. Staatliche Patrouille und städtische Polizei. Das ist ungefähr wie Ordnungsamt und Polizei in Deutschland. In Mexiko jagt mir so etwas immer noch einen Heidenschrecken ein, weil sie mit Maschinengewehren rumlaufen und teilweise vermummt sind. Ich habe kein Vertrauen in die mexikanische Polizei. Schlichtweg so muss ich es sagen. Ich mache lieber einen Bogen um sie. Ganz anders in Deutschland. Es gibt bestimmt rechtschaffende Polizisten in Mexiko, aber ich will es nicht drauf ankommen lassen.
Morgen ist Feiertag. Ein Jahr ist vorbei. Es ist wieder día de los muertos – viele mexikanische Familien verbringen den Tag auf dem Friedhof oder besuchen ihn zumindest, um ihrer Vorfahren und den Verstorbenen zu gedenken. Wir fahren einmal mehr aufs Dorf, um mit der Familie meines Mannes diesen Tag zu verbringen. Mal schauen, ob ich einige Schnappschüsse schießen kann.
Erstmal lasse ich liebe Grüße da und hoffe, dass ich bald wieder schreibe.
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