Ein Vorsatz fürs neue Jahr

Das neue Jahr ist schon etliche Tage alt. Wieviele? Neun, glaube ich. Genau sagen, kann ich das nicht. Es ist mehr als zwei Wochen her, dass ich geschrieben habe und das hat auch seine Gründe. Wie sich einige denken können. Aber ich werde mal rückwärts erzählen. Denn dadurch, dass ich nicht geschrieben habe, habe ich auch einige mexikanische Traditionen ausgelassen und ein bisschen muss ich ja nun auch davon erzählen.

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Der sechste Januar ist der Tag der Heiligen drei Könige. Der wird auch hierzulande gefeiert. Es gibt (mal wieder) ein spezielles Gebäck, was alle kaufen und was es nur an dem Tag gibt.. Rosca de Reyes heißt das gute Stück und kommt mit eingebackenen Puppen daher. Die Tradition ist: Wer die Puppe bekommt, muss am 12. Februar Tamales kochen.

Diese Tradition gibt es auch öffentlich und von der Regierung. Meistens wird ein meterlanges Rosca de Reyes hergestellt und dann öffentlich verteilt – gern vom Bürgermeister. Auch in die Schulen gehen die Leute. Wer es da spendet, weiß ich nicht.

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Año Nuevo – Neujahr: Das ist in Mexiko nicht viel anders als in Deutschland, nur dass hier wohl mehr Geld für Essen ausgegeben wird. Und Getränke. Ein privates Feuerwerk ist quasi verboten. Es gibt auch keinen Verkauf desselbigen im Supermarkt – da steht Deutschland aber auch so ziemlich alleine da, in der Welt.
Hier gab es ein riesiges Feuerwerk für alle auf dem Cerro de la Bufa, so wie schon zum Unabhängigkeitstag. War wohl beeindruckend, ich habe es vom Fenster kurz beobachtet – siehe Foto.

Warum vom Fenster? Weil ich vom Feuerwerk geweckt wurde..Warum geweckt? Weil ich logischerweise geschlafen habe..Vorab muss ich noch dazu sagen, dass ich nie ein Silvester-Fan war. Ich mag unkontrolliertes Feuerwerk einfach nicht. Schön, möchte man sagen, hast du ja in Mexiko nicht mehr, kannst du ja dann genießen. Ich mag allerdings auch keine Massenansammlungen und mich hat besonders immer gestört dass man so zwanghaft an Silvester DIE Party seines Lebens erleben muss – oder wenigstens des Jahres, wenn der Rest schon bescheuert war. Und dann die Suche nach einem Taxi!! Wenn man keinen Antialkoholiker oder jemanden Kranken unter starken Medikamenten als Fahrer gefunden hat. Schön, möchte man sagen, aber du wohnst ja nah am Zentrum. Richtig, damit gehen mir die Ausreden aus; warum wir nicht „nur mal gucken“ waren – sondern zu Hause Fernsehen geschaut bzw. geschlafen haben.

Eine habe ich allerdings noch: Gar keine Ausrede, sondern ein richtiger Grund: Am 26. Dezember wurde unser Sohn Tánok Antonio geboren.

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Zwei Wochen ist er jetzt schon alt und bringt unseren ganzen Tag immer noch gehörig durcheinander. Er bestimmt den Rhythmus – soviel ist klar. Und somit komme ich, ohne Witz, nicht einmal dazu einen Beitrag zu posten. Gerade schläft er auf meiner Brust und einmal mehr bin ich froh, ein Smartphone zu haben – das kann ich nämlich mit einer Hand bedienen. Jetzt auf einem PC zu tippen – unmöglich in dieser Position. Daher wickel ich fast alles übers Handy ab. Lange her, dass ich an meinem Schreibtisch saß.

Was soll ich sagen? Überrascht hat der kleine Mann uns. An Weihnachten! Etwas was ich nicht wollte – und das zeigt jetzt schon Charakterzüge: ‚Ich höre nicht auf Mama‘ und ‚Ich mache, was ich will‘. Aber, soll er man.

Ich bin glücklich, die Geburt überstanden zu haben und dass wir langsam das Kind besser kennenlernen und er uns. Ich hoffe, wenn in zehn Tagen die Uni losgeht und mein Freund Leo wieder arbeiten muss, dass ich alleine klar komme – mehr Vorsätze fürs neue Jahr habe ich nicht.


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