
Dunkle Wolken ziehen am Himmel auf und einige Dinge passieren hier gerade gleichzeitig. Nationale Begebenheiten, wie dem Verschwinden und der Ermordung von 43 Studenten im Bundesstaat Guerrero und den damit einhergehenden Protesten, die überall in Mexiko aufflammen, erreichen nun auch Zacatecas und damit mein Leben. Morgen, am 15. Oktober, gibt es einen nationalen Streik an vielen Universitäten wie auch hier, um auf die oftmals katastrophalen politischen und korrupten Zustände aufmerksam zu machen. „So nicht mehr!“ – wollen vor allem die Studenten rufen.
Auch in unserer Fakultät gab es heute Aufstand – aber da ging es um eine eigene Sache: Nach dem Umzug auf den Campus gab es trotz neuer Gebäude Platzschwierigkeiten. Dort angekommen stellte sich nämlich heraus, dass wir als Fakultät weniger Platz zu gesprochen bekommen haben, als vereinbart. Dadurch gibt es vor allem in den Sprachlaboren – also unseren Übungsräumen – Probleme, denn die teilen wir uns mit anderen Fakultäten. Mit zirka 40 Plätzen – viel zu wenig.

Seit Wochen geht die Diskussion schon – erst diesen Montag haben auch wir Studenten des ersten Semesters von den Problemen etwas mitbekommen. Zuvor hatte sich unsere Studentenvertretung darum gekümmert, aber nun letztlich uns alle mit eingebunden, falls es zu einem Streik kommen soll. Heute allerdings haben wir dem Direktor vor die Wahl gestellt, von Angesicht zu Angesicht – und direkt die Zusage bekommen, dass wir den zweiten Stock des Gebäudes komplett ebenfalls beziehen dürfen. Nur für uns. Vor unseren Augen hat der Direktor mit dem Rektor der Universität telefoniert und es geklärt. Und weil wir so schlau sind, haben wir ihn vor Ort gleich etwas unterschreiben lassen, was diesem Versprechen etwas Sicherheit geben soll. Denn, ein Mexikaner, ein Wort – gibt es eher nicht so. Und das wissen die Leute. Entscheidungen werden oftmals lieber verschoben. Heute aber hatten wir einen Erfolg.
Genau wie ich, im Übrigen. Da ich letzte Woche krank war, war ich auch nicht in der Uni und habe meine Linguistik-Note gar nicht wieder bekommen. Heute dann doch und ich muss es einfach noch einmal teilen, weil ich es so unglaublich finde:

Juchuu! – 9.6 von 10 möglichen Punkten. Ich bin von mir begeistert. Ich war nie die Beste oder sonderlich gut – das kann jeder bestätigen, der mit mir in der Schule oder Uni war – und jetzt das! Nach 23 Jahren Ausbildungszeit endlich an der Spitze. In Englisch bin ich übrigens die Beste im Examen gewesen – und zwar hatte ich die höchste Punktzahl. Nicht nur meiner Gruppe, sondern des gesamten Jahrgangs. Ich hoffe sehr, dass das so weiter geht, man fühlt sich richtig gut dabei. Außerdem könnte es mir helfen, meine Babypause leichter zu organisieren.
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Babypause? Herzlichen Glückwunsch!!!
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Danke! :-)
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