Ärzte und Gesundheitssystem

 

 

2014-09-04 15.58.33
Privatklinik – San Jose im Zentrum

Mir geht es gut! Aber das Thema Ärzte und Gesundheitssystem wurde in diversen Facebook-Gruppierungen bereits angesprochen und da dachte ich mir, dass auch ich es mal aufgreife. Interesse kann ja immer bestehen und wichtig kann es auch werden.

Es gibt hier natürlich kein staatliches Versicherungssystem, zu dem jeder verpflichtet ist, wie in Deutschland. Aber man kann sich freiwillig öffentlich versichern. Und dann gibt es mehrere öffentliche Krankenhäuser, die sich einem annehmen. Es ist weniger gebräuchlich zu einem niedergelassenen Arzt zu gehen. Das liegt daran, dass es sie hier einfach nicht gibt. Man sieht öfter Mal Zahnarzt-Schilder an den Häusern oder Augenarzt-Praxen – also eher Spezialisten. Aber zum Hausarzt gehen die Menschen eigentlich direkt ins Krankenhaus. In der Stadt. Auf dem Dorf gibt es Gesundheitszentren mit Allgemein-Medizinern und die überweisen einen dann, wenn nötig, zum Spezialisten.

In Mexiko ist wie beim Schulsystem auch im Gesundheitssystem weit verbreitet, dass es Privatkliniken gibt. Da zahlt man direkt für die Leistung, die man in Anspruch genommen hat. Kann sich eben nicht jeder leisten. Die wenigsten, um genau zu sein. Ein normaler Arztbesuch mag vielleicht noch gehen, aber wenn es dann ans Operieren geht, da wird es dann schon mal teuer.

Ich habe es noch überhaupt nicht erwähnt, weil ich dachte es gehört nicht hier in den Blog, aber wir bekommen Ende des Jahres Nachwuchs. Meine Meinung, es hier zu veröffentlichen, resultiert daraus, dass auch das Familienleben in Mexiko für euch Leser spannend sein kann: Kind und zwei Sprachen, Kind und Studium, Kind und Reisen. Ach, da gibt es einige Ideen. Daher erweitere ich mal das Themenpaket.

Nun, auf jeden Fall haben wir uns, weil ich am Anfang noch keine Versicherung hatte und wir meinen Bauch mal durchchecken lassen wollten nach der ganzen Reiserei, da haben wir uns an die Privatklinik San Jose gewandt – und zwar dort, wo mein Freund geboren wurde. Die lag am nächsten – gedanklich. Und dort trafen wir auf einen sehr netten Frauenarzt. Er hat seine Praxisräume im Krankenhaus. Weiß nicht, ob er angestellt ist oder sich eingemietet hat. So funktioniert es hier halt. Ich bin mit ihm mehr als zufrieden. Per Whats App mal schnell was fragen – kein Ding. Ich bin derzeit nämlich mit einer Erkältung gezeichnet und war ratlos, was Medikamente in der Schwangerschaft angeht.  Per Messenger kam die Antwort meines Arztes, was ich nehmen soll. Wenn ich Fieber bekomme, soll ich anrufen. Knapp, klar, unkompliziert.

Medikamente bekommt man hier, klar, in der Apotheke. Es gibt aber auch hier welche auf Rezept, die an vom Arzt bekommt, oder rezeptfrei. Alles muss man selber bezahlen. In den öffentlichen Krankenhäusern stecken sie dir auch so Medikamente zu – wenn sie sie haben.

Die Visite beim Frauenarzt in der Privatklinik – also die Routineuntersuchung – kostet jede Mal 400 Pesos. Das sind 24 Euro, ungefähr. Ist also noch machbar, oder? Aber abwarten, was dann die Geburt mit Krankenhausaufenthalt kostet.

Als Studentin bin ich in Mexiko übrigens automatisch öffentlich versichert. Nur für die Leser, die an ein Studium denken. Ich möchte jetzt allerdings den Arzt irgendwie nicht mehr wechseln. Hab mich grad so dran gewöhnt.


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