Die Mexikaner sind sehr erfinderisch und einfallsreich, um sich etwas dazu zu verdienen. An jeder Straßenecke kann man irgendetwas kaufen. Mehrmals in der Woche klopft jemand an unsere Haustür, um uns etwas anzubieten. Das kann Essen sein, oder Handwerkzeug. Schuhe putzen, etwas reparieren. Auf dem Bild sehen wir einen Stand auf der Straße. Wir dachten erst es wären Kinderwesten, bis wir bei näherem Betrachten herausfanden, dass es Hundedecken sind. Das war sehr lustig und die Kinder hatten ihren Spaß damit.
Das Thema mit den Hunden, ist recht zwiegespalten und sollte ich nochmal an andere Stelle aufgreifen, was ich aber auch schon mal getan habe: HIER. Das war noch ganz am Anfang, als ich es seltsam und grausam fand, dass hier die Hunde meist auf dem Dach gehalten werden. Diese Besitzer haben sicherlich keine Decken für ihre Hunde oder doch sehr selten. Dann gibt es Hundebesitzer, die ihre Hunde eben im europäischen Stil halten, also im Haus und als Familienmitglied. Das eine schließt das andere nicht aus und umgekehrt. Ich möchte hier niemandem zu Nahe treten.
Aber zurück zu den Straßenecken. Bei den Essenständen sollte man einfach etwas vorsichtig sein. Oder man ist mutig und probiert sich durch, dann aber bitte nur einen Stand pro Tag, weil man sonst nicht weiß, wo der Magen-Darm-Virus herkommt. Warum bekommt man in Mexiko so oft Magen Darm? Arbeiten die Menschen hier unhygienisch? Nein! Es liegt oft am Wetter, oder das schon bei der Lieferung Kühlketten unterbrochen werden und auch weil Obst und Gemüse mit „schwarzem Wasser“, also ungefiltert, bewässert wird. Wenn das nicht richtig gewaschen wird, hat man böse Bakterien im Essen. Kann immer mal passieren, sind wir in Deutschland nicht gewohnt, weil vielleicht die Strecken kürzer sind und das Klima kälter und das Wasser sauberer. Meinen ersten Magen-Darm-Virus hatte ich übrigens in Deutschland dank eines Restaurants in Jena. Nicht in Mexiko. Dafür hatte ich es hier in Mexiko in den ersten 4 Jahren ungefähr alle 3 Monate. So viele Antibiotika habe und hatte ich noch nie zuvor geschluckt. Werde ich hoffentlich auch nicht mehr so oft – toitoitoi.
Also, an den Ständen kann man alles mögliche kaufen. Brauchen die Mexikaner eine Lizenz dazu? Ja! Haben sie eine? Meistens nicht. Wird es kontrolliert? Meistens nicht. Viele Menschen verkaufen hier, wenn es eben nötig ist. Viele Menschen leben von der Hand in den Mund. Reicht das Geld einen Tag nicht, verkaufe ich was. Dann mache ich Tacos, oder Tamales, stell einen Klapptisch vor die Tür und los geht’s! Gegessen wird immer und gerne und schnell ist ein kleines Einkommen generiert. Als Tourist bitte einfach nur ein bisschen aufpassen. Vielleicht auf Milch- und Eiprodukte verzichten – also nein, keine crema (Sahne) und keine Mayonnaise oder Dressing. Dann kann das klappen. Ich habe den Fehler mal gemacht und am Nachmittag (nach vielen Stunden Sonne) meiner Mutter am Bäckerstand einen „pie de queso“ einen kleinen Käsekuchen wie eine Tarte gekauft. Milchprodukt! Ich glaube, an die folgende Nacht erinnert sich meine Mutter noch ihr Leben lang…
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