Alltagskram: Küchengeräte

Letztens beim Abwaschen, ist mir so aufgefallen, was für Küchengeräte ich hier in Mexiko besitze und oft benutze, die ich in Deutschland gar nicht hatte oder nicht für nötig empfand. Da dachte ich bei mir, dass es doch vielleicht interessant wäre, diese Gerätschaften einmal zu erörtern. Was meinst du? Ein bisschen mexikanisches Küchenfeeling?

Limettenpresse

Eine Limettenpresse ist nicht zwingend notwendig für die Mexikaner, denn man kann die Limette auch halbieren und drücken, aber dennoch findet man sie sehr oft an. Die Mexikaner lieben ihr Limetten-Wasser. Auf 3 Liter Wasser, drück man je nach Geschmack 5 oder mehr Limetten aus. Oft werden noch 3 Esslöffel Zucker hinzugefügt, oder je nach Geschmack und fertig ist das Limettenwasser!

Dasselbe wird auch gerne mit Hibiskusblüten-Eistee gemacht, hier heißt es Agua de Jamaica, aber dafür braucht es natürlich keine Limettenpresse. Diese Wasser mit Geschmack – aguas de sabor sind überall beliebt und in Restaurants gibt es wenigstens immer eins, aber oft bis fünf oder sechs verschiedene Sorten. Nur bitte Achtung – nicht immer sind sie natürlich und beinhalten oft ordentlich viel Zucker.

Mixer

Der Mixer – im Spanischen liquadora genannt, also „Flüssigmacher“ – ist wirklich nicht wegzudenken. Was früher mit der Hand gemahlen, zerkleinert und gemischt wurde, kann jetzt mit einer Maschine in Sekunden getan werden. Der Geschmack lässt allerdings nach! Aber das machte der modernen mexikanischen Hausfrau nichts aus, wird doch die Küchenarbeit deutlich erleichtert, durch dieses kleine Wunder.

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Man kann Bohnen im Mixer herrlich pürieren, so dass sie zu samtig weichem Mus werden. Auch ein Salsa kann man wunderbar im Mixer zubereiten, indem man in einer Pfanne Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten und Chili etwas anröstet (ohne Fett oder Wasser – rösten eben) und dann in den Mixer gibt, frischen Koriander noch hinzu und einmal kurz zerkleinert. Die Tomate liefern genug Wasser, daher ist die Konsistenz perfekt!

Auch malteadas – der Mexikanische Milchshake – werden im Mixer oder eben in einem extra Milchshake-Mixer zubereitet. Sie sind oft stärkehaltig und daher besonders cremig.

Mörser

Ein Mörser ist nun etwas ganz Feines. Ich kannte das für ganz besonders ausgefeilte Köche, die ihren Pfeffer oder andere Gewürze mit der Hand selber mahlen. Hier wird der molcajete benutzt um Salsa herzustellen. Wieder werden Chili (serrano) und Tomaten geröstet und dann im Mörser zerdrückt. Der Geschmack ist ganz anders, als in einem Hochleistungsgerät, wie dem Mixer.

Knoblauch zerhackt, gedrückt oder gepresst, ergibt auch einen völlig anderen Geschmack. Wem das schon einmal aufgefallen ist, der kann sich in etwa auch vorstellen, was es mit dem Mörser auf sich hat.

Comal

Ein Comal ist eine Eisenplatte auf der die Tortillas erwärmt werden. Das ist wie eine Crepe-Pfanne ohne Griff. Man kann darauf auch Quesadillas zubereiten oder sogar Fleisch braten. Durch den Gasherd, hat es quasi einen Grilleffekt. Ganz früher hat man auch Comal aus gebranntem Ton benutzt. Der Comal kann verschiedene Größen haben. Für den Hausgebrauch ist Pfannengröße (28cm) normal. Beim Kauf eines Gas-Herdes kommen heute auch modernere Comal mit – meiner ist groß und eckig, geht über zwei Feuer – allerdings benutze ich den nie, sondern immer den runden, traditionellen. Alles in allem, schon wegen des täglichen Verzehrs von Tortillas zu praktisch jeder Mahlzeit, ein Küchenutensil, dass einfach nicht wegzudenken ist!

So haben sich also meine Gewohnheiten beim Zubereiten vom Essen, etwas geändert. Ein interessanter Aspekt, wenn man im Ausland lebt. Ich pass mich an, erweitere mein Wissen und meinen Horizont. Gerade beim Essensvorbereiten habe ich so manches Mal einen Aha-Moment. So kann man das auch machen!? Ich habe mich geändert, meine Sichtweise, bin kreativer geworden. Vielleicht nicht nur, was das Essen angeht.


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