Alltagskram: Tee und Kaffee

Ich sitze hier gerade, es ist 22 Uhr und ich trinke Tee. Es ist ganz langsam wieder die Jahreszeit für Tee. Auch hier in Mexiko. Kamillentee trinke ich. Vor Jahren war ich mit einer Freundin in Schottland. Auf der Insel Skye. Dort standen wir im Supermarkt sicherlich 10 Minuten schweigend vor dem Teeregal. Stutzig. „Kräuter sind doch herbs oder?“ Schweigen. Es gab mindestens 20 verschiedene schwarze Teesorten. Keinen Kräutertee. Die Verpackungen waren meist schwarz. Daher konnten wir uns gar nicht täuschen. Dennoch schauten wir Packung für Packung an und lasen. Das einzige was wir fanden war Kamillentee. Seitdem war Kamillentee ein Geschmack, den ich fest mit Schottland verband – es war neben Wasser so ziemlich der einzige Getränkte-Geschmack in jenem Urlaub.

Bis ich nach Zacatecas kam. Hier ist Kamillentee eine der Hauptsorten. Kamille heißt hier manzanilla. Zumindest bei meinen Schwiegereltern ist das der einzige Tee, den ich je bekam. Mittlerweile bin ich auch auf andere Sorten gestoßen. Doch wieder einmal tue ich mich schwer in der Kräutertee-Richtung. Es gibt hierbabuena ein profaner Kräutertee – recht neutral im Geschmack. Schön ist Zitronengras, das man direkt beim Gemüsehändler kaufen kann. Es sieht wirklich aus wie ein Gras. Das wirft man in den Topf mit heißem Wasser und man hat Tee. Das gleiche wird hier mit Zimtstangen gemacht. Wenn das Wasser schön gefärbt ist, ist er fertig. Alles ganz nett. Doch als Kräutertee-Fan sieht es übelst aus. So einen richtigen Minztee, ist schwierig. Auch Pfefferminze ist eher nicht zu bekommen. Im Supermarkt entdecke ich dann US-amerikanische fancy Mischungen, die ich nicht so fancy finde. Ich möchte einfach gerne normalen Kräutertee. Nichts beruhigendes oder aktivierendes oder detox-ierendes. Hätte ich nie gedacht, dass ich meine Thüringer 9-Kräuter (WERBUNG unbezahlt) mal vermisse.

Schwarzer Tee ist hier übrigens ebenfalls Mangelware. Das ist noch schlimmer als mit Kräutern. Earl Grey habe ich einfliegen lassen. Das gibt es hier Null. Mexikaner sind Kaffeetrinker. Interessanterweise beobachtet man aber statt gutem mexikanischem Hochland-Kaffee eher die Nescafé (ACHTUNG WERBUNG WEIL NAMENSNENNUNG) Instant-Variante. Ganz ehrlich. Habe ich aber auch nichts gegen. Weil ich seit meinem Studium immer gerne Instant-Kaffee getrunken habe. Fragt mich bitte nicht, warum ich den immer noch am liebsten mag. Wahrscheinlich wegen der Stärke. So wässrigen Filterkaffee.. geht mal gar nicht. Tja, das war es von mir, zum Thema Tee und Kaffee. Was habt ihr so für eine Erfahrung im Ausland gemacht? Erzählt doch mal!

Fotocredit: PEXELS


Entdecke mehr von NORA SCHMACKERT

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar