Ich melde mich zurück und wollte heute mal darüber berichten, wie es uns als Familie so geht, in Zeiten der Corona-Quarantäne. Gut geht es. Ich habe super miese Tage, was sich auch auf die Kinder überträgt, ich habe durchwachsene Tage und die meiste Zeit sind es einfach normale Tage. Es ist derzeit super warm hier, an die 28 Grad Celsius, auch nachts, auch im Haus. Langsam wird es auch für uns Stubenhocker schwer, so gar nicht raus zu gehen. Meine Lichtblicke sind stets der Supermarkt oder das Dach, wo man sich an der frischen Luft ein wenig bewegen kann – also auf dem Dach, nicht im Supermarkt. Da ist die Luft eher voller Desinfektionsmittel, was mir regelmäßig Reizhusten beschert und ich mich immer Frage, ob sie jetzt denken, dass ich Corona habe und mich gleich rausschmeißen.
Aus dem ein oder anderem Grund gehe ich trotzdem jede Woche einmal einkaufen. Das ist auch den Massen geschuldet, die wir alle so an Lebensmitteln verdrücken. Ansonsten wird das Auto kaum bewegt. Mein Mann kümmert sich weiterhin um die Landwirtschaft auf dem Dorf. Er fährt also öfter hin und bleibt auch alle 10 Tag mal ganz weg, weil über Nacht bewässert werden muss. Das funktioniert hier nicht wirklich automatisch. Die Bewässerung muss überwacht werden. Der Brunnen wird unter 10 Leuten geteilt und so ist jeder mal dran. Heute ist wieder einer dieser Tage, wo ich mit den drei Kindern alleine zuhause bin.
Es wird anstrengend, ohne Frage. Aber ich kann nicht behaupten, dass die Kinder gelangweilt sind. Ja, natürlich wollen sie auch mal Abwechslung und ja, auch die Hausaufgaben wollen sie nicht mehr so richtig machen. Wir werden alle etwas schwer fälliger und fauler. Der Schwung ist raus, vor allem bei mir, habe ich das Gefühl. Aber davon abgesehen, geht es uns gut. Ich versuche weiterhin mich geduldig zu zeigen. Ich ziehe mich morgens an, ich trage Make-Up auf, ich ziehe die Kinder an, damit sie nicht den ganzen Tag im Schlafanzug rumlaufen. Ich versuche Kreativität walten zu lassen und sie zum Malen, Bücher „lesen“ etc. zu animieren auch wenn mir die Lust dazu fehlt. Ich versuche gesundes Essen zu servieren und auch zwischendurch mal mit den Kindern einen Kuchen oder eine Pizza zu backen. Ich versuche sie mit kleinen Überraschungen bei Laune zu halten. Ein Saftpäckchen oder eine Gummibären-Tüte oder ein Müsliriegel. Ist mein Mann hier, machen wir Pyjama-Partys und spielen Brettspiele, soweit das mit 4- und 5-jährigen möglich ist. Aber „Mensch ärgere dich nicht“ funktioniert schon ganz gut.
Es könnte alles besser und aktiver und kreativer und fröhlicher sein, es könnte aber auch schlimmer kommen. Eine Freundin hat mir erzählt, dass ihre Enkel wahnsinnig werden, mit dem Homeschooling und dem Eingeschlossen sein. Die eine kann nicht schlafen, der kleine Junge weint sehr oft. Davon ist bei uns wirklich nicht die Rede. Mein Mann sagte heute morgen noch um 7 Uhr, bevor er aufs Dorf fuhr, wie er nur je wieder in seinen alten Rhythmus finden soll. Normalerweise steht er unter der Woche um 5 Uhr auf und geht schwimmen. Ich musste lachen, weil sein Gesicht wirklich Bildbände sprach. Er sah müde aus. Aber ich hätte wetten können, dass mein Gesicht schlimmer war. Mir geht das Ausschlafen langsam auf die Nerven. Ich habe seit Tagen sogar Kopfschmerzen oder Migräne und ich wette, dass es an meiner fehlenden Routine liegt. Leider ist das Baby derzeit nachts sehr unruhig und ich kann mich nicht aufraffen, früher aufzustehen. Wozu? Ertappe ich mich. Das grenzt ja schon an Depressiven Stimmungen – dagegen werde ich etwas tun! Ab morgen. Morgen ist auch noch ein Tag.
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