Hallo, schön, dass du vorbeischaust. Heute wollte ich einmal kurz das Thema Kinder und Kino anschneiden. Ich weiß nicht, ob nur ich das bin, aber ich reagiere da doch etwas empfindlich drauf. Wahrscheinlich aus eigener Kindheitserfahrung. Aber ich fange lieber mal von vorne an.
Das Thema kam so richtig bei uns auf, als in der Kita für die „Kinderwoche“ zum mexikanischen Kindertag auf dem Programm auch ein Kino-Besuch mit den Kindergarten-Kindern anstand. Somit war Tanok (4) auch betroffen. Das klingt jetzt sehr dramatisch. War es für mich auch. Ich habe bei uns den Kinobesuch immer noch herausgezögert, weil Nahuel (3) in meinen Augen einfach nicht soweit ist. Er kann zuhause vorm Fernseher maximal 40 Minuten zuschauen, dann macht er was anderes. Daher wollte ich dieses Familienereignis noch ein bisschen aufheben. Denn Kino ist für mich schon ein Ereignis, es ist etwas besonderes.
Als Kind war ich mit drei Jahren in Arielle – die Meerjungfrau und meine Mutter musste mit mir rausgehen. Sie tippt bis heute dadrauf, dass es mir zu laut war. Dunkelheit und fremde Situation gaben wahrscheinlich ihren Rest. Zumindest war es nicht das schönste Erlebnis. Ich habe für mich abgespeichert, dass Kino für 3-jährige einfach nichts ist. Natürlich hängt das auch sehr vom Kind ab, aber generell besteht ja auch die Frage: Wozu die Eile!?

Durch die Kindergarten-Situation mit der „Kinderwoche“ war ich also dazu gezwungen, meine Meinung noch einmal komplett zu überdenken und ich wollte dem Ganzen vorgreifen, und schlichtweg mit der Familie ins Kino gehen, damit Tanok schon mal weiß, was ihn erwartet. Beschlossen, getan. Somit sind wir eine Woche vor der „Kinderwoche“ selber ins Kino gegangen!
Es war sicherlich aufregender für mich, als für die Kinder. alles lief, wie erwartet. Tanok hat ohne Probleme die 90 Minuten durchgehalten – wie er das zuhause auch schon sehr gut kann. Nahuel fand nachdem er sich mit Eis bekleckert hatte, wir ihm das T-Shirt ausziehen mussten und er auf Toilette musste, die Lichter an den Stufen im Kinosaal viel interessanter. Ich war entspannt und froh, dass ich meine Kinder also richtig eingeschätzt hatte. Tanok zumindest wusste schon mal, was auf ihn zukommt. Licht aus, sitzen bleiben und so weiter.

Wir haben natürlich einen animierten Film geschaut. Ich weiß nicht, wie der Film auf Deutsch heißt. Es geht um einen Freizeit-Park, der der Fantasie eines Mädchens entsprungen ist und da sie aufgehört hat, dieser Fantasie zu folgen, geht auch der Freizeit-Park zugrunde. Ihre Aufgabe ist es nun, den Park zu retten. Sehr niedlich gemacht.
Im Kino-Foyer war ich nun allerdings sehr überrascht, da es Kinostart von den „the Avengers“ war, wie viele Eltern mit ihren kleinen Kindern in diese Filme gehen. Da frage ich mich doch spontan – bin ich irgendwie über-beschützend oder sind die Kinder von heutzutage einfach abgehärtet oder stumpf? In diesen Filmen ist doch übelst viel Gewalt, schnelle Szenen, die Kinder in dem Alter doch gar nicht verstehen können!? Ist das in Deutschland auch so? Ich meine, mich erinnern zu können, dass mit Erwachsenen-Begleitung, jedes Kind, überall reindarf. Na ja, ich weiß nicht, ob wirklich überall. Kommt vielleicht auch auf den Kinobetreiber an. Keine Ahnung. Also bleibt die Frage, ob das ein mexikanisch/amerikanisches Ding ist, oder mittlerweile einfach die Kindheit von heute anders zu sehen ist.
Der Kinogang mit dem Kindergarten war übrigens auch super. Alle waren wohl furchtbar aufgeregt und haben wahrscheinlich nicht mal die Hälfte vom Film mitbekommen. Wir haben für uns die Erfahrung gemacht, dass wir gerne mit den Kindern nochmal ins Kino gehen, wenn ein Film kommt, den wir alle wohl gern sehen würden. Zur Regelmäßigkeit wird das aber jetzt nicht.
Hier in Zacatecas ist das Kino übrigens nicht anders, als ich es kenne – typisches Cineplex. Schnuckelig klein gibt es, glaube ich, nur eines von einem Kulturverein geleitet. Das Kino hat 14 Euro für uns vier insgesamt als Familie an einem Samstag gekostet.
Entdecke mehr von NORA SCHMACKERT
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
