Was essen meine Kinder?

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals darüber geschrieben habe. Aber manche fragen sich vielleicht, was mexikanische Kinder so essen? Oder ihr fragt es euch nicht, aber jetzt, wo ich es schon mal angesprochen habe, klingt es ganz interessant. Dann lege ich wohl mal los. Das Thema Ernährung ist für mich in den letzten Monaten sehr präsent. Auch mein Mann hat derzeit ein paar Probleme und wir experimentieren etwas. Außerdem wollen wir unseren Fleisch-Konsum drastisch reduzieren. So viel als Vorgeplänkel.

Essverhalten

Tanok (4) ist kein großer Esser. Anfangs war er das, dann hat es nachgelassen. Viele Eltern und einige Ärzte haben mir das als „normales“ Verhalten bestätigt. Das komme in dem Alter öfter vor. Mittlerweile ist es aber besser geworden. Es gibt Tage da isst er wie ein Scheunendrescher und an anderen Tagen fast gar nichts.

Nahuel (2) hingegen ist ein extrem guter Esser und überrascht und regelmäßig mit der Menge, die in seinen kleinen Magen reinpasst. Da hatten wir nie Probleme. Wenn er mal viele Stunden nichts isst, ist meistens etwas faul – Magenprobleme oder krank.

So viel zum Essverhalten der beiden Kinder. Wie sieht es bei uns zuhause nun aus? Ich koche eine Mischung aus mexikanisch und europäischer Küche. Die Kinder lieben Nudeln. Daher gibt es das bei uns viel. Außerdem ist zur Zeit Nutella-Toast [WERBUNG, weil Markennennung] die schnellste und beliebteste Lösung – da kommen sie ganz nach der Mama. Nun ja, wer hat ihnen das wohl vorgelebt!? Die mexikanische Lieblingsvariante ist eine Tortilla (Mais-Fladen) mit Salz oder wahlweise mit Mayonnaise. Davon kann Nahuel locker mal vier verdrücken. Picadillo (Eintopf mit Gehacktem, Möhren, Erbsen und Kartoffeln – ohne Chili), ist auch recht beliebt. Den gibt es, glaube ich, häufig in der Kita.

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Eis ist auch für meine Kinder ein Highlight – gibt es aber nur, wenn die Sonne scheint.

Was meine Kinder mögen ist Obst. Das gibt es hier ja nun fast das ganze Jahr über in allen Variationen. Besonders Tanok ist ein Obst Kind und verlangt oft einen Apfel oder Orangen. Nahuel zieht seit einigen Wochen auch nach und möchte gerne Guaven haben, die als Zitrusfrucht gelten und somit viele Vitamine haben. Als Baby bekam er davon oft einen wunden Po, weshalb wir damit mal eine Zeit ausgesetzt haben, aber jetzt geht das wieder. Papaya, Melone sind Früchte, die meine Kinder sehr mögen. Nicht täglich, aber ab und an.

Mit Gemüse habe ich die gleichen Tücken, wie wohl jede Mama auf der ganzen Welt. Tomaten und Möhren essen beide gern. Tanok isst Salat (!) und Linsen (!!) und Nahuel Kartoffeln und Zucchini. Ich versuche es immer mal wieder mit Broccoli oder Blumenkohl. Das probieren sie wohl auch, aber das war es dann.

Apropos probieren. Bisher konnte ich meine Kinder immer noch motivieren „mal zu probieren“. Das klappt beim ersten Bissen, aber dann wollen sie oft von seltsamen Dingen nicht nochmal was essen. So passiert mit Süßkartoffeln, Avocado, Spinat.

Was essen nun mexikanische Kinder ?
Was bekommen meine Kinder in der Kita?

Tortilla, Reis und Bohnen sind die Grundnahrungsmittel Mexikos. Viele Eier werden hier auch gegessen. Außerdem servieren sie in der Kita alle anderen Arten von Hülsenfrüchten wie Kichererbsen (garbanzo), große Bohnen (habas) und Linsen (lentejas). Manchmal zum Leid der Kinder wegen der Gasbildung. Aber früh übt, denkt man sich hier wohl. Obst essen die Kinder hier vielleicht auch mehr, weil das Angebot schlichtweg da ist.

Fehlverhalten von Haus aus vermeiden

Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass Cola und andere Limonaden den meisten Kindern schon früh zugänglich ist – auch ich kann meine Kinder manchmal nicht sonderlich davor schützen. Versuche es aber wirklich nur auf Feierlichkeiten zu beschränken – auf Feiern findet man sehr oft kein Wasser zu Trinken. Und als ich einmal unsere obligatorische Wasserflasche vergessen hatte, hatte ich keine Wahl.

Außerdem werden hier viele Chips gegessen oder andere frittierte Knabbersachen. Ich hatte es wohl schon mal erwähnt, es wird sogar vor den Schulen verkauft. Kein Wunder, dass die Mexikaner zu eines der schwergewichtigsten Völker der Welt zählen. Auch ich kann mich oft nicht davor wehren. Aber dieses Jahr (Vorsatz!!) werde ich mal etwas an der Ernährung basteln und auch meine Kinder, zumindest zuhause, einiges Streichen. Wir Eltern sind die Vorbilder. Meine Hoffnung ist es, dass sie die Ernährung von Zuhause mitnehmen; für ihr gesamtes Leben in ihren Köpfen speichern. Also liegt es an uns Eltern, und am Ende an mir, die sich meistens um das Essen sorgt, ihnen die besten Grundsätze mitzugeben.


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