Vortrag in der Grundschule

In dieser Woche habe ich, auf Bitten einer lieben Freundin, ihre Arbeitsstätte besucht: Eine staatliche Grundschule. Da war ich doch sehr neugierig, weil man die so selten von innen sieht, weil sie abgeriegelt sind wie Gefängnisse. Mehr damit keiner von außen reinkommt, als dass die Kinder abhauen.

Ich wurde gebeten den Kindern der 1. und 2. Klasse in „ihrem Club“  (wer erinnert sich, dass nach der Schulreform die Kinder nachmittags „Club“-Aktivität haben? Hier nachlesen.) über den Winter und Weihnachten in Deutschland zu sprechen. Gesagt, getan. Und so fand ich mich das erste Mal in einer mexikanischen Grundschule wieder. Wie ich das schon öfter bemerkt habe, gibt es nicht ein Gebäude, sondern mehrere Gebäude und die Klassenräume sind direkt von draußen betretbar. Es gibt also keinen Eingang in ein Gebäude und dann gehen die Türen links und rechts ab. Sondern die einzelnen Häuser sind ein oder zwei oder drei Klassenzimmer. Toiletten draußen und extra. Genauso wie der Speisesaal, die Sporthalle, die Büros der Verwaltung etc.

Ich schiebe die Kultur drauf – genau wie in Familienhäusern, die nach und nach erweitert werden, könnte das ebenso mit der Schule passieren. Außerdem haben wir in Deutschland meist aus klimatechnischen Gründen ein großes Gebäude, was einfach beheizt werden kann, als mehrere Gebäude. Hier ist das nicht so nötig. Gibt es keine Heizung.

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Die Kinder haben nach Leibeskräften versucht zu zuhören. Sie sind nicht anders als Erst- und Zweitklässler in Deutschland. Laut und neugierig. Ein Mädchen fragte mich, ob ich aus Argentinien komme. Ein anderes fragte mich, ob wir in Deutschland auch das und das Spiel spielen. Und so weiter. Es war sehr putzig und natürlich anstrengend, weil man ständig über einen gewissen Lärmpegel anschreien muss. Zudem hat die Schülerkapelle nach der Hälfte der Zeit diesen Lärmpegel noch deutlich erhöht (Trommeln und Trompeten). Am Ende haben sie noch Bilder gemalt, die wir zu Santa schicken wollen. Ich hoffe, dass wir das realisieren können, sie zu einem der deutschen Weihnachtsman-Christkind-Adressen zu senden. Pünktlich kommen die wohl nicht mehr an, aber vielleicht bekommen wir trotzdem eine Antwort!?

Es war eine schöne Erfahrung. Mich hat überrascht, dass trotz der Schuluniformen die wenigstens Kinder diese Uniform komplett anhatten. Viele tragen auch den Schul-Trainingsanzug, was ich öfters auch auf der Straße sehe, wenn Schulschluss ist. Viele haben andere Hosen, eine andere Jacke drüber etc. UNIFORM ist was anderes.

Auch hier hatten einige Kinder Roll-Rucksäcke, was ich als Modeerscheinung in Deutschland abgetan hatte. Es ist also wohl was Internationales. Die Tische sahen sehr nach 60er-Jahren aus. Aus Holz, abgenutzt etc. Ich zählte 24 Plätze in der Klasse. Auch das überraschte mich positiv, da bei meinem Sohn in der Vorschule 33 sind. Meine Freundin unterrichtet die Kinder in fast allem. In Spanisch, Mathematik, Sachkunde – außer Englisch und Sport – da käme ein anderer Lehrer. Alles sehr „klassisch“ fand ich, wie ich es auch kenne. Ich bin gespannt, was ich zukünftig bei meinen Kindern dann noch entdecken darf.


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