November 2018

Nach der Hochzeit können wir alle nicht viel verschnaufen. Es ist der Tag der Toten am 02. November, den ich dieses Jahr bereit bin, mit den Kindern zu feiern. Das heißt, von Haus zu Haus zu gehen und Süßigkeiten zu ersingen. Aber die Kinder wollen dieses Jahr nicht. Also noch ein weiteres Jahr abwarten… wir waren allerdings auf dem Friedhof, um der Ahnen zu gedenken.

Mein Schwiegervater indes holt die karge Bohnen-Ernte ein. Es hat dieses Jahr kaum geregnet und zumindest zur falschen Zeit. Somit kann er nur die Saat und den verbrauchten Diesel vom Verkauf der Ernte rausholen. Mehr nicht. Immer mehr wird mir klar, dass Landwirt sein, wirklich unglaublich risikobelastet ist. Vor allem in Mexiko weder der Staat schert sich um seine Landwirte und noch die Regierung gibt Ausgleichszahlung nach einer Missernte.

Das Einholen der Ernte kann stets verschieden aussehen. Hier ist es die Technik, mit der Hand die Bohnenpflanzen aus der Erde zu sehen und sie dann mit der Hand auf den Anhänger zu verfrachten, um sie dann gesondert durch eine Maschine zu jagen, die die Pflanze von der Bohne trennt und dann mit der Hand in die Säcke zu füllen.

Ganz früher haben das Trennen von Pflanze und Bohne Tiere gemacht. Man hat die Pflanzen auf die Erde gelegt und hat die Rinder drüber gehen lassen. Das kann man heute vereinzelt sicherlich auch noch sehen. Es gibt aber natürlich auch schon die andere Variante: Eine Erntemaschine, die die Pflanze rausreißt oder abschneidet, dann gleich durch die Maschine jag (noch auf dem Feld) und die Bohnen dann bereits auf den Hänger kommen und dann mit der Hand in Säcke gefüllt werden. Das ist schon eine riesige Arbeitserleichterung. Letztes Jahr hatte mein Schwiegervater sich so eine Maschine gemietet. Da hat es sich auch mehr oder weniger gelohnt, wegen der Masse an. Aber dieses Jahr nicht. Idee wäre, einmal selbst so eine Maschine anzuschaffen.

Nein, damit nimmt man den Menschen nicht ihre Arbeit weg. Es ist genau anders. Es gibt kaum mehr Menschen, die auf den Feldern helfen wollen, und somit ist eine Maschine eine gute Lösung, um die Arbeit in angemessener Zeit zu schaffen. Denn auch die Ernte ist eine wackelige Angelegenheit. Es hat hier im Oktober, also sehr spät noch einmal geregnet, was die Bohne „angemalt“ hat – pintado – sagt man. Was bedeutet, dass ihre Qualität sinkt und somit nur für einen schlechteren Preis verkauft werden kann. Das also auch noch! Erst kaum Ernte und dann auch noch pintado. So ist das Leben eines mexikanischen Bauerns. Unglaublich abhängig von der Natur und dem Klima.


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