Hallo und willkommen zurück! Mein letzter Beitrag ist irgendwie viel zu spät rausgegangen. Scheinbar habe ich vergessen auf ‚veröffentlichen‘ zu drücken. Eine Entschuldigung dazu. Nun folgt ja themenmäßig etwas ähnliches, zumindest was den Titel anbelangt und doch sind es völlig unterschiedliche Inhalte! Heute soll es sich um mich drehen. Meinen Partner, meine Familie. Ein bisschen zumindest.
Seit letztem Jahr bin ich mit Leo, meinem Partner und dem Mann, wegen dem ich Deutschland verlassen habe und nach Mexiko ausgewandert bin, verlobt. Das haben wohl vor allem mir sehr nahestehende Menschen mitbekommen oder solche, die mir auf Instagram folgen (siehe rechte Randspalte). Und für diesen Oktober planen wir unsere Hochzeit. Immer noch. Ja, die Einladungen für die mexikanischen Gäste sind noch nicht einmal raus. Hier ticken die Uhren etwas anderes. Deutsche Freundinnen lassen ganz bestürzte Geräusche von sich, wenn ich ihnen das erzähle. Was in Deutschland fast unmöglich ist, geht hier irgendwie. Wir sind da flexibel. Warum ist es in Deutschland unmöglich? Weil alle Menschen planen und das mindestens ein Jahr vorher. Und wenn alle planen und man selber einen bestimmten Termin oder einen bestimmten Ort für die Hochzeit haben möchte, muss man eben ganz, ganz früh dran sein.
Wo wird geheiratet?
Wir haben es etwas einfacher. Wir feiern auf dem Dorf, im Garten meines Schwiegerpapas. Zwischen den Schweinen des Nachbars (die man wohl nur an ihrem Geruch bemerken wird) und dem Traktor und den Hühnern und so. Das möchte mein Zukünftiger gerne und ich habe nichts einzuwenden. Daher mussten wir uns nicht viel Druck machen.
Agendar. Heißt es hier, wenn man etwas plant oder anvisiert oder vormerken lässt. Das haben wir bei der Musik gemacht, beim Essen und beim Standesbeamten. Klar. Das wichtigste ist also schon mal sicher. Der Standesbeamte kommt für einen Zuschlag an einen Wunschort. Zuschlag? Wie viel ist das? Ich weiß, dass das in Deutschland sehr begrenzt möglich ist und ordentlich kostet. Weil alles ein behördlicher Verwaltungsakt ist und ein Akt ist etwas Schweres und kostet – Kraft oder Geld. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ich zitiere aus dem Gedächtnis, kostet es in Zacatecas 630 Pesos sich im Rathaus trauen zu lassen. Im Büro des Standesbeamten. 31, 50 Euro. Und wenn ich ihn hinbestelle, an einen Ort, dann kostet das 2140 Pesos = 106 Euro. Das ist für manche ein halbes Monatsgehalt. Nur zur Veranschaulichung. Aber so für uns ist das machbar.
Musik hat hohen Stellenwert
Musik ist sehr, sehr wichtig. Nicht unbedingt für mich, aber in Mexiko. Wir heiraten nachmittags. Wenn die Gäste ankommen gibt es ein Gitarren-Solo von einem Herrn, dessen Stimme ich unschlagbar finde. Bei der Trauung singt eine Freundin von mir. Nach der Trauung und zum Abendessen präsentieren sich traditionell Mariachis und der Tanz ab 21 Uhr ist dann traditionelle norteño und noch später vielleicht auch cumbia. Uff. Was das jetzt alles zu bedeuten hat. Also von einer Band kann ich hier nicht sprechen, weil banda hier ein komplett anderer Musikstil ist. Deshalb rede ich immer nur von der Musik oder den Musikanten, um bloß keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. Da habe ich schon einiges gelernt. Außerdem ist live fast ein Muss. DJ geht quasi gar nicht – da haben wir schon mal den Stellenwert von Musik bei den Mexikanern. Und das lassen sich viele auch richtig was kosten. Wir sind momentan so bei 1500 Euro, was 30 000 Pesos sind und 3 bis 4 Monatsgehälter eines Durchschnittmexikaners.
Essen – zwischen traditionell und lecker
Wohingegen das Essen eher nebenher läuft. Klar gibt es was zu essen, aber nicht so wie bei den Deutschen mit drei bis fünf Gängen oder so. Es gibt zwei Gerichte und die werden auf einem Teller serviert. Basta. So kenne ich das vom Dorf und hier in Zacatecas. Wie immer kann ich nur betonen, dass dieser Blog meine persönliche Erfahrung widerspiegelt. Natürlich gibt es bestimmt reiche Menschen, die auch Gänge-Menüs haben. Und in Mexiko-Stadt ist wahrscheinlich sowieso alles anders. Von Plastikgeschirr bis hin zu Porzellan und Kristall — alles möglich.
Wir machen es ein bisl anders, als das Traditionelle. Es gibt bei uns Tacos. Das mag jeder und alle essen es. Das ist profanes „Straßenessen“, aber ich liebe es. Außerdem gibt es natürlich auch traditionelles asado de boda, der Hochzeitsgulasch, den es hier bei jeder Feier gibt. Ich wollte ein bisschen auf Nicht-Chili-Esser achten (in Anbetracht des Besuches aus Deutschlands), daher unsere Auswahl.
So viel zur bisherigen Planung. Die Einladungen sind im Druck und ich erwarte sie in dieser Woche. Meine Kleidung für den Tag ist halb fertig. Es fehlt noch: Tische, Stühle, Veranstaltungszelt, Blumen, Dekoration, Fotograf, Kuchen, Getränke und vieles mehr. Aber ich bin ganz ruhig. Das regelt sich schon alles. Das Wichtigste ist wohl der Standesbeamte und wir als Familie. Musik und Essen: √
Und, na ja, Stühle kriegen wir im Notfall auch noch von jemandem aus dem Dorf. Es kann soweit nichts schiefgehen. Wann wir das alles regeln? Das gehe ich ganz gelassen an und richte mich nach den Mexikaner: mañana!
Beitragsbild: https://www.pexels.com/photo/conceptual-couple-engagement-hands-1146345/
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