Willkommen zurück!! Am Montag hat die Schule hier in Mexiko wieder angefangen. Am 27.08. fängt sie für meine Kinder an, was bedeutet, dass sie in einen neuen Gruppenraum kommen, mit neuen Lehrerin, ergo Erzieherinnen. Da fragte mich vor ein paar Tagen eine Freundin, warum sie überhaupt jedes Schuljahr den Raum wechseln und neue Erzieherinnen bekommen. Das wäre doch für alle Beteiligten eine Tortur. Gute Frage, keine Antwort. Ich habe nie darüber nachgedacht; es ist einfach so. (Ich frag trotzdem mal die Direktorin…)
Dieselbe Freundin erzählte mir nun von der Eingewöhnungsphase ihres kleinen Sohnes im Kindergarten – oder besser in der Krippe. Er ist zwei Jahre alt. Drei Wochen Eingewöhnug! Mindestens. Zwei Wochen mit Papa als Begleitung!! Ich war super erstaunt. Am liebsten würden sie in der Einrichtung eine Eingewöhnung von drei Monaten machen. Eingewöhnung bedeutet, dass das Kind sich nach und nach an die Einrichtung und das Getrennt-sein von den Eltern gewöhnt. Wie kann sich das Kdin daran gewöhnen, wenn seine erste Erfahrung ist, dass ein Elternteil an diesem neuen Ort immer dabei ist?
Hier in Zacatecas in der staatlichen Einrichtung, in der unsere Kinder sind, hatten wir auch eine Eingewöhnung. Ich musste es wirklich gerade noch einmal nachlesen. Es ist zwei Jahre her; ich erinnere mich nicht. Gut, dass es einen Blog gibt… Zwei Wochen Eingewöhnungsphase, maximal vier Stunden für die Kinder. Vor dem Mittagessen abgeholt. Aha. Aber ohne Mama und Papa dabei. Zwei Wochen. Danach volle acht Stunden.
Und jetzt für den Gruppenwechsel?? Keine Eingewöhnung. Die mache ich gerade. „Guck mal, hier gehst du nächste Woche hin“, rufe ich begeistert und zeige Tanok seinen neuen Gruppenraum. „und neue Lehrer bekommst du auch“, plappere ich begeistert weiter. „Und deine Freunde gehen mit dir!!“, mache ich völlig von den Socken weiter. Tanok hat es (meine ich) begriffen. Mit Nahuel mache ich das gleiche. Auch er nickt eifrig und scheint zu verstehen, zumindest, dass irgendwann bald, etwas anderes sein wird. Mit der Zeit haben sie es noch nicht so drauf. „Mañana“ (Morgen) ist die Zukunft, „en la mañana“ (am Morgen) oder ayer (gestern) ist die Vergangenheit. Egal wie weit in der Zukunft, egal wie weit in der Vergangenheit.
Vorgestern habe ich einen Zettel bekommen, dass auf Nahuel nun doch einige Neuerungen zukommen. Die Kinder seiner Gruppe sind die ältesten der Krippe. Alle zweieinhalb. Allerdings hat das noch nicht gereicht, um in den Kindergarten zu kommen. Trotzdem gibt es Änderung. Zwei Wochen Eingewöhnung, sagte man mir. Danach gibt es keine Babytasche mit Wechselkleidung mehr und auch keinen Mittagsschlaf. Mit dem ersten kann ich leben. Mit dem zweiten auch, aber Nahuel bestimmt nicht. Der ratzt locker zwei Stunden am Mittag. Also, mal sehen wie das wird.
Des Weiteren werden wir mit den neuen Erzieherinnen einmal mehr eine Materialliste bekommen. Diese Liste ist hilfreich wie auch völlige Verschwendung. Ich habe das Gefühl, dass ich jedes Jahr dasselbe kaufe. Und verstehe es einfach nicht. Ich habe hier, ohne Scherz, eine Schere, wo meine Mutter meinen Namen drauf geschrieben hat. In der Grundschule!! Ich habe hier außerdem einen Bleistift, den ich mir in der 5. Klasse gekauft habe. Das weiß ich ganz genau. Das war beim Möbelschweden. Da sind Erbeeren und Melonen drauf gewesen und das Paket wollte ich unbedingt haben. Warum muss ich meinem Kind jedes Schuljahr (abgesehen von Malbüchern und Bastelmaterial), diese Utensilien immer wieder neu kaufen!? Frage? Keine Antwort. Gestern haben wir Malbuch und Stifteetui wiederbekommen. In dem Etui fehlt, die Schere, Radiergummi, Bleistift, Kleber. Gut der Kleber kann alle sein, aber der Rest!? Da fällt mir dann auch gleich mal das Thema Ressourcen-Verschwendung und Umwelt ein. Und so geht es jedem Kind hier in Mexiko ab 3 Jahren. Stellt euch das mal vor!
Nun gut, mehr dann bei Eintritt ins neues Schuljahr. Ich habe derweil kleine Päckchen für die Erzieherinnen geschnürt. Als kleines Dankeschön für ein Jahr Fürsorge meiner Kinder. Wir werden sehen, wie es weiter geht.

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