Sprachentwicklung

Hallo und willkommen zu einem neuen Beitrag von mir als Mama in Mexiko und als Mama von zwei Kleinkindern, die mit zwei Sprachen aufwachsen. Wie ist der Stand der Dinge, darum soll es heute mal gehen.

Das Spanische der Kinder

Tanok ist dreieinhalb Jahre alt und in seiner Sprachentwicklung fit. Das Spanische beherrscht er völlig „normal“ für sein Alter. Er hat eine schöne Aussprache und kein Defizite in der Hinsicht, dass er das S nicht spricht oder das R nicht rollt oder ähnliches. Er überrascht uns oft mit vollständigen Sätzen. Er überrascht mich oft, wie er „einfach so“ die Verben richtig konjungiert und sie richtig anwendet, also Gegenwart und Vergangenheit. Woher lernen Kinder das? Manche Endungen oder manche unregelmäßige Verben konjugiert er vielleicht falsch, aber er weiß, dass die erste Person Singular regelmäßig mit -o endet und die zweite Person mit -s.

Auch bei Nahuel entwickelt sich seit einem halben Jahr alles super schnell. Hat er vorher kaum gesprochen, so kommen jetzt schon ganze Sätze aus seinem Mund. Auch bei ihm bemerke ich die richtige Verbkonjugation.
Niedlich ist es bei unregelmäßigen Verben, doch es zeigt sich dabei, dass sie wirklich die Endungen verinnerlichen. Wie erwähnt endet die 1. Person Singular mit einem O. Beispiel: tengo – ich habe, quiero – ich will/ich möchte. Nur bei dem Verb wissen – saber ist es sé – ich weiß. Sabes – du weißt, sabe – er/sie weiß. Nahuel sagt nun aber: sabo. Er nimmt die Grundform vom Verb und hängt das o dran. Faszinierend!

In seiner Aussprache ist Nahuel nicht sehr klar. Das R ist bei ihm ein L und auch das S spricht er nicht 100%ig aus. Aber für einen zweieinhalb Jährigen behaupte ich, dass es noch okay ist; ohne mir Sorgen machen zu müssen.

Die Zweitsprache der Kinder: Deutsch

Wie sieht es nun mit dem Deutschen aus? Tanok versteht alles, was ich ihm auf Deutsch sage. Nun, so scheint es zumindest. Nahuel guckt mich manchmal unschlüssig an. Wenn ich denselben Satz auf Spanisch wiederhole kommt meist erst die Reaktion. Bei ihm hakt es also manchmal. An dieser Stelle sollte ich noch einmal wiederholen, dass Tanok anderthalb Jahre mit mir Zuhause war, bevor er in die Kita kam. Nahuel kam bereits mit sieben Monaten in die Krippe. Ich kann nicht sagen, ob es damit zusammenhängt, aber ich lasse es mal als Information so stehen.

Neuste Beobachtung hinsichtlich Zweisprachigkeit

Was besonder interessant war, vor einer Woche etwa, und auch geschuldet durch einen Besuch aus Deutschland, der nicht Spanisch sprach, dass Tanok angefangen hat zu fragen: „Was heißt das auf Deutsch?“. Ich war entzückt!! Bedeutet es doch für mich, dass er langsam anfängt, zu verstehen, dass es zwei Wörter für ein und dieselbe Sache gibt. Nun gilt es natürlich weiterhin darauf zu bestehen, die Dinge bei ihrem Namen zu nennen. In der einen und in der anderen Sprache.

Wie viel Deutsch gibt es in unserem Alltag?

Zuhause bei uns wird weiterhin nicht nur Deutsch gesprochen. Wir mischen beide Sprachen enorm. Das ist schlecht, ich weiß. Aber selbst ich bekomme nach vier Jahren langsam  – nun ja  vielleicht nicht Sprachprobleme – aber ich komme ins Stocken. Das ist schlecht. Dessen bin ich mir bewusst. Aber solange ich mich bemühe, sind wir im grünen Bereich. Telefonate mit Oma und Opa in Deutschland und einstweilen ein Besuch aus Deutschland hilft, meine „Deutschsprachigkeit“ aufzufrischen und die der Kinder weiter zu entwickeln.

Außerdem habe ich viele deutsche Bücher und bin weiterhin dabei diese zu akquirieren. In naher und ferner Zukunft ist die Idee, dass die Kinder auch mit diesen Bücher Deutsch lesen lernen. Ich kann mir vorstellen, dass es einfacher wird, sobald sie in die Schule kommen. Oder sind sie dann vollständig verwirrt!?

Wir sind zuversichtlich, weiter geht es auf dem Weg der Zweisprachigkeit und dieser enormen Chance für die Kinder mit zwei Sprachen aufzuwachsen.


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