Kleine Mexikaner

Wie ich bereits erwähnte, haben wir momentan Ferien. Es ist die letzte Woche, bevor für die Kinder wieder der Kindergarten, bzw. die Krippe anfängt. Beide Jungs werden vorerst noch einmal in ihre alte Gruppe gehen. Der Wechsel zu den neuen Erzieherinnen und dem neuen Raum, findet dann am 27. August statt.

Wie geht es den beiden, dreieinhalb und zweieinhalb, denn so? Ihr Leben in Mexiko?Nun, es ist doch sehr bunt und süß und sonnig und locker. Gestern sind sie sehr müde von den Großeltern auf dem Dorf wiedergekommen. Daher schlafen sie jetzt um 7:45 Uhr morgens noch. Und ich lasse sie schlafen, auch wenn es nächste Woche hart wird, wenn sie um diese Zeit schon in er Kita sein werden. Gestern kamen sie völlig verdreckt zurück. Sie genießen ihre Zeit auf dem Dorf. Dort gibt es keine befestigten Wege oder einen großen Garten mit Rasen, wo sie herumspringen können. Die Erde ist rot. Es gibt ein großes Gelände, mit Unkraut und Ästen und Bäumen, wo sie herumspringen können und mit ihnen, der Hund und die Katze und die Hühner. Der Traktor ist aufregend und sie spielen gern mit Wasser, Pflanzen gießen, und mit Steinen und Erde.

Keine feste Zubettgeh-Zeit

Gestern sind sie um 22 Uhr im Bett gewesen. Das kommt öfter vor, wenn wir spät von irgendwo herkommen, weil sie meist im Auto einschlafen und dann kann man sie manchmal einfach ins Bett legen – so wie sie sind – oder sie wachen auf und es dauert, bis sie wieder müde werden und in den Schlaf finden. Hier gibt es keine feste Zubettgeh-Zeit und ich kämpfe da auch nicht mehr drum. Wenn sie – an normalen Tagen – ungefähr um 20 Uhr gebadet werden und ungefähr um 21 Uhr im Bett sind und dann bald schlafen, dann reicht mir das völlig.

Meine Kinder bekommen die ganze Mischung mit – Dorf und Stadt, Deutsche Kultur und Mexikanische. Und so sind sie im Moment eher süße Frühstücker, mögen allerdings Chili-Bonbons als Süßigkeit. Oder sie essen Tostadas mit Bohnenmus. Sie können traditionelle mexikanische Lieder singen, besser als ich, und mögen mexikanische Polka. Und auf der anderen Seite spielen sie mit dem „Bagger“ und dem „Betonmischer“ und dem „Radlader“ – weil sie die spanischen Wörter gar nicht kennen (ich auch nicht). Sie lieben ihr TipToi-Buch (WERBUNG!! Trotzdem danke an Ravensburger) und singen „Alle meine Entchen“ aus voller Kehle. „Anschnallen“ im Auto ist normal für sie und ich bin dabei ihnen beizubringen, ihren Teller alleine abzuräumen (nicht nach dem Motto, Mama macht alles).

Selbstständigkeit von früh an

Selbstständigkeit ist für mich sehr wichtig. Damit ich am Ende nicht dastehe wie andere mexikanische Mamas und meinem 23-jährigen Sohn und seiner Freundin (!) hinter her räume. Also fange ich früh damit an, dass meine Kinder vor allem ausdrücken, was sie wollen oder brauchen. Das funktioniert nicht immer gut, aber sie sind ja auch noch klein. Ich mag kein Rumgejammer und Geheule „Mama, Mama“, und ich darf dann erraten, was sie möchten. Da bin ich knallhart. „Ich verstehe dich nicht. Sag mir bitte, was du möchtest.“ Manchmal dauert es etwas, aber es wird.

Meine kleinen Mexikaner sind wunderbare Menschen und ich hoffe, dass wir durch unsere Balance zwischen den Kulturen am Ende selbstständige, weltoffene und lebensfrohe Söhne haben, die so viel Selbstvertrauen haben, dass es sie nicht schert, wenn andere Leute lästern, neiden oder sonst wie schlechte Auren verbreiten.

Das war mein Wort zum 1. August 2018! Ich hoffe, egal von wo ihr mitlest, dass es euch gut geht, ihr gesund und munter seid und das Leben in vollen Zügen genießt. Wenn dem nicht so ist, könnt ihr euch mal bei Mein Glücksprojekt vorbeischauen – mein eigenes kleines Projekt, neben Familie und Alltag.


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