Wie sehen eigentlich so unsere Wochenenden aus, hier in Mexiko, hier in Zacatecas? Normalerweise steht seit Anfang des Jahres jeden Samstag morgen Schwimmen auf dem Programm mit der ganzen Familie. Danach essen wir Gorditas Allerdings zuhause, wir holen sie nur, hier in der Nachbarschaft. Gegen 12 Uhr machen wir uns fertig, packen Dreirad und Babytasche ein und dann geht es aufs Dorf nach La Era (das bei google kaum angezeigt wird… nur als Häuseransammlung – es liegt hinter Tacoaleche, die nächstgrößere Kleinstadt). Dort wohnen meine Schwiegereltern, 35 Kilometer von uns entfernt; das dauert zirka 45 Minuten bis wir dort sind. Ein Stück geht durch Dörfer und daher ist die Geschwindigkeit reduziert.
Dort können wir entspannen und die Zeit geht sehr viel langsamer. Es gibt kaum Handy-Empfang. Natürlich gibt es einen Fernseher, aber wir sind ja nicht zum Fernsehen da. Meine Schwiegereltern haben ein riesengroßes Grundstück, auf welchem zwei Häuser stehen. Außerdem gibt es Bäume und einen Unterstand für Traktor und Arbeitsmaschinen. Dazwischen laufen Hähne und Hühner und auch drei Küken, die schon etwas größer sind. Und seit zwei Wochen gibt es eine Katze, die sich aber noch versteckt.
In La Era wird rumgesessen und gequatscht, gegessen oder auch mal geschlafen. Das gilt meistens für die Eltern. Großeltern und besonders kleine Kinder sind extrem aktiv. Da wird auf den Traktor gestiegen. Vielleicht mal eine Runde gedreht. Da kommen die Fahrräder zum Einsatz und die Rutschautos. Blumen gießen, Hühner füttern – für Kinder eine andere Welt und immer wieder spannend.

Wir fahren oft gegen 19 Uhr zurück nach Zacatecas. Die Kinder schlafen im Auto, weil sie völlig fertig sind. Den Sonntag verbringen wir gerne in Ruhe zuhause. Manchmal gehen wir auch ein bisschen in den Park oder treffen Freunde. Aber ein seichtes Programm, weil die Samstage mit Schwimmen plus Dorf, die Kinder ganz schön fordern.
An diesem Wochenende haben wir die andere Version erlebt. Schwimmen und zuhause bleiben, weil kleine Reparaturarbeiten zuhause erledigt werden mussten. Handwerkzeugs-Geschäfte haben nur samstags auf. Baumarkt vielleicht auch Sonntag, aber da fahren wir selten hin. Und am Sonntag waren wir somit auf dem Dorf. Zuvor sogar noch bei den Großeltern meines Mannes, also den Urgroßeltern meiner Kinder, in einem anderen Dorf namens Zoquite, durch das wir auf dem Weg nach La Era durchkommen.
In La Era selbst wurde der Heilige San José gefeiert. Das ist auch der Heilige des Dorfes. Die Dorfbewohner nennen ihren Ort eigentlich San José de La Era. Aber das ist nichts offizielles (steht allerdings auf dem Ortsschild.. also weiß ich nicht, was ich wirklich glauben soll).
Das bedeutet, Pferdereiten. Wir waren nicht dort, weil wohl zu viel Erde fliegt und staubt und es keinen Schatten gibt. Momentan ist die Hitze wirklich fast unerträglich, daher war es mir ganz recht. Aber somit, weiß ich auch nicht, was das bedeutet, Pferdereiten. Angeblich, reiten sie nur so rum… !??

Und am Abend haben wir dann noch die tambores – die Trommler gesehen. Diesmal habe ich dann auch entdeckt, dass sie alte Gewehre abfeuern. So richtig mit Schießpulver und nachstopfen und was weiß ich, wie das funktioniert… ich war etwas fasziniert und gleichzeitig (natürlich!) kritisch, warum das sein muss… aber nun. Jeder seine Tradition. Was weiterhin faszinierend war, waren die Uniformen. Es gab „normale“ aber eben auch sehr sehr orientalisch angehauchte. Zu Ehren des Heiligen – San José… der ja nun Johannes der Täufer ist – übrigens, falls ich das noch nicht erwähnte…
Nun, das Spektakel, den Umzug haben wir vom Auto aus gesehen – weil es ja zu heiß war. Und dann sind wir auch wieder gegen 19 Uhr nach Hause. Das ist dann schon krass am Montag morgen. Daher immer besser am Samstag zu fahren. Nächste Woche Mittwoch, am 13. Juni, wie jedes Jahr, machen wir wieder Reliquie für den San Antonio, auch zu Ehren von dem anderen verstorbenen Großvater meines Mannes. Hier ein Beitrag der letzten Jahre.
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