Vorschule hat angefangen

Hallo! Endlich habe ich die Muße, ein paar Zeilen zu schreiben. Vorschule hat angefangen, na nu? Hat das Kind Jahre übersprungen? Nein, natürlich nicht. Kindergartenzeit hat angefangen! Und die heißt hier preescolar. Tanok ist in 1A gelandet. Da hat er nun noch drei Jahre vor sich und ich denke, dass er dann mit fünfeinhalb Jahren eingeschult wird.

Was ist nun anders? Nun erstmal ist er in der Kita „nach oben“ zu den großen gekommen. Weg von den Babys und seinem Bruder… Das hat er ganz gut verkraftet. Trotzdem zeigt er noch immer die Treppen nach unten (die Kita ist an einem Hang gebaut, nicht das jemand denkt, die Babys sind im Keller) und fragt, ob wir nicht nach unten gehen.

2017-08-21 15.25.35
Meine beiden kleinen Söhne, Tanok und Nahuel an ihrem ersten Tag im zweiten Schuljahr – vor der Kita. Natürlich gab es eine kleine Schultüte fürs Kindergartenkind – deutsche Tradition.

Außerdem haben wir das erste Mal eine Material-Liste bekommen. Das ist hier in Mexiko wohl Standard, auch in der Schulzeit. Jetzt verstehe ich auch, warum im August so viele Kredite angeboten werden und es Rabatte hagelt. Da kommt ein ordentliches Vermögen zusammen und ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wenn man mehr als ein Kind hat, das in die Schule geht. Pro Kind in der Vorschulzeit, sollte man wohl mit 1000 Pesos rechnen. Das sind natürlich „nur“ 50 Euro, ist aber das, was ich mit Nachhilfe in einer Woche verdiene. Bei zwei oder drei Kindern sieht es dann schon anderes aus und ich bin mir fast sicher, dass der Betrag in der Schule wächst, einfach, wegen des Bücherkaufs.

Auf Tanoks Liste waren nur die Standard-Sachen zu lesen. Etui, Bleistift, Radiergummi, Anspitzer, Klebestift, Buntstifte, Filzstifte, Tuschkasten, Malbuch, ein Kittel, Aufkleber, Lesebuch, ein Tischspiel und ein Tischset. Kann sein, dass ich was vergessen habe. Aber nur, dass ihr einmal einen Überblick habt. Alles schön mit dem Namen beschriftet. Da wurde ich direkt ein bisschen aufgeregt und musste an meine eigene Schulzeit denken. Es war für mich stets die reinste „Weihnachtsfreude“ Stifte und Blöcke zu kaufen. Bis heute, ehrlich gesagt.

Wo ich herzlich gelacht habe, war der Moment, als ich das Malbuch eingebunden habe. Das ist ungefähr zwanzig Jahre her, seit ich das, das letzte Mal gemacht habe. Und das Ergebnis ist nicht schön, aber einzigartig. Ich werde mich in den nächsten Jahren mal ein bisschen üben. Allerdings sagte mir die Frau vom Schreibwarengeschäft, dass es zum Schulanfang auch Menschen gibt, die diesen Service anbieten. Ergo, ich kann jemanden dafür bezahlen, dass er mir meine Bücher bzw. die meiner Kinder ordentlich einbindet. Darüber denke ich dann in Zukunft noch einmal nach.

2017-09-22 15.11.40

 

Und nun noch ein kleines Fazit der letzten Monate zu guter Letzt:

Da ich weiterhin überfordert bin mit meinen alltäglichen Aufgaben, musste ich meinen Blog hinten anstellen. So kann es passieren. Weniger sind es die Kinder, die mich zur Gänze auslasten (obwohl es auch Tage gibt, wo ich wirklich nichts anderes schaffe, als mich um die Kinder zu kümmern), es ist eher die Kombination zwischen Kindern, Haushalt und drei beruflichen Tätigkeiten, denen ich nachgehe. Da werden jetzt die meisten sagen, dann kürz‘ das doch, und schon hast du mehr Zeit. Ja, vielleicht. Zwei der Tätigkeiten bringen mir Geld und die dritte macht mir enorm viel Spaß, so dass ich sie als meinen seelischen Ausgleich ansehe. Daher kommt es für mich derzeit einfach nicht in Frage.

Wie geht es uns ansonsten? Gut. Keine Erdbeben haben uns erwischt, obwohl es gestern morgen gleich noch ein drittes Beben oder besser drei mehr gab. Die Kinder sind soweit gesund und unser Alltag, unsere Routine ist unser Leben. Aber das ist gut so, wie es ist.


Entdecke mehr von NORA SCHMACKERT

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar