Hallo allerseits. Ich melde mich mal zurück. Es ist immer noch Sommer hier – und es hat immer noch nicht geregnet. Ich sitze auf der Arbeit und warte darauf, dass morgen das Semester endgültig beendet ist. Ich gebe keinen Unterricht mehr – die vergangene Woche habe ich Examen schreiben lassen und dann war Schluß, weil sowieso kaum noch jemand erschienen ist. Und ich war es leid, Klasse vorzubereiten für eine oder zwei Personen. Dafür muss ich bis zum 15. Juni trotzdem noch erscheinen, damit sie mich bezahlen. Ich werde schließlich pro Stunde bezahlt und mit einem Scheck (!) ausbezahlt. Ich bekomme kein festes Gehalt. Das ist wohl mittlerweile die übliche Angestelltenart. Ähnlich, wie in Deutschland kaum noch Lehrer verbeamtet werden.

Auf jeden Fall wollte ich kommentieren, dass wir kürzlich den Tag des San Antonio gefeiert haben. Ich habe dieses Event gerade in meinen Artikel gesucht und bemerkt, dass ich noch nie darüber gesprochen habe. Traurig. Ist es doch schon mein 4. Mal hier in Mexiko, dass ich es zelebriere. Die Tradition kommt (natürlich) von der Familie meines Mannes. Sein Opa Antonio hatte am 13. Juni stets seinen Geburtstag gefeiert. Was auch der Tag des Heiligen San Antonio ist. Niemand weiß, ob der Großvater tatsächlich an diesem Tag Geburtstag hatte oder ob er schlichweg diesen Tag als seinen Geburtstag oder zumindest seinen Tag auserkoren hat. An diesem Tag gab es also stets eine kleine Feier.

Seit acht Jahren nun schon, kurz nachdem Don Antonio verstorben war, fingen die Eltern meines Mannes an, eine reliquia zu veranstalten. Also eine Gedenk- und Ehrenfeier für den Großvater der Familie. Und dies geht oft einher mit der Verteilung oder besser gesagt Ausgabe von Essen. Ich hatte, glaube ich, mal erwähnt, dass bei Hochzeiten ebenfalls Essen verteilt wird, an die ungeladenen Personen, die kommen und um Essen bitten. Dies gestaltet sich ähnlich. Die Menschen im Dorf können kommen, mit ihrer Plastikdose, und um einen Taco bitten.

Wir machen jedes Jahr nun asado de boda (asado bedeutet normalerweise braten, aber wenn ich sage Gulasch kommt es der Wahrheit näher…). Ein Gulasch auf zacatecanische Art. Statt Tomaten nehmen sie Chili, um eine Soße zu bekommen. Weitere Zutaten sind Orangenschale, Lorbeerblätter und Kreuzkümmel. Das ist ein Gericht, was sehr aus dieser Region stammt. Dazu gibt es Reis und Mais-Tortillas.
Ich hoffe, ich konnte noch einen kleine Einblick geben – etwas verspätet, da ich diese Tradition nun schon so oft miterlebt habe. Aber auch schön, dass ich was neues berichten kann!
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