Wo bleibt die Fortsetzung!?

Wo bleibt die Fortsetzung!? Werdet ihr euch vielleicht gefragt haben… tjaaa. So ist das mit zwei kleinen Kindern unter zwei Jahren und mit Kita-Eintritt und mit berufstätiger Mama. Es bleibt keine Zeit. Keine Zeit für wirklich Privates.

Wir befinden uns also in der vierten Woche nach Kita-Eintritt. Ja, wir. Denn bei so etwas ist die ganze Familie mit eingebunden. Unser Rhythmus ist total anders. Wir stehen nun um sechs Uhr auf. Verrückterweise haben sich die Kinder schneller dran gewöhnt als die „alten“ Eltern. Und es sind noch so viele andere Sachen anders, aber dazu ein anderes Mal.

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Der Innenhof der Kita, wo Tanok sehr gerne rumspielt – wie man sich vorstellen kann.

Wie geht es den Kindern nun? Sie sind seit Kita-Eintritt andauernd krank. Erkältet oder Magen-Darm oder eine Mischung. „No se desespere.“, das sagen mir die Erzieherinnen dauernd. Dass ich nicht verzweifeln soll. Nun gut, ich versuche es. „No saca a los niños.“ Dass ich die Kinder nicht aus der Kita nehmen soll. Nun gut, auch das werden wir nicht tun. Durchhalten ist die Devise. Wir geben unser bestes. Ich gebe mein bestes. Und so fahre ich hin und her, zwischen Zuhause, Kita, Arbeit, Kita, Zuhause. Heute konnte ich nur eine Unterrichtsstunde geben. Kita hat angerufen. Tanok sei krank. Also, mit dem Chef reden, sich bei den Studenten entschuldigen und ab zur Kita. Kinder einpacken (gleich beide, damit ich nicht nochmal hin muss) und nach Hause. Für morgen und Mittwoch ist Tanok „suspendiert“. Ich musste also (mal wieder) organisieren, dass meine liebe Haushaltshilfe sich die nächsten zwei Tage um Tanok kümmert. Es ist etwas kläglich, aber was soll ich machen. Die Kinder kämpfen innerlich mit ihrem Immunsystem und ich kämpfe äußerlich mit dem Rest.

Abgesehen davon geht es den beiden richtig gut. Tanok etwas besser als Nahuel. Tanok geht ganz tapfer in seinen Gruppenraum. Da wird nicht mehr geweint. Das war nur die erste Woche so. Er hat Vertrauen gefasst und weiß, was ihn erwartet.
Nahuel weint erst nicht mehr, wenn ich weg bin. Er hat auch Vertrauen gefasst, aber trotzdem gibt es solche und andere Tage. Er trinkt seine Soya-Milch nicht, ab und zu Wasser. Dafür isst er brav den Brei. Er nimmt also nicht ab. Das ist doch schon mal was.

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Das ist der Raum, von Nahuel. Da ungefähr nur zwei von 16 Babys krabbeln können, sieht das alles noch etwas leer aus.

Zwischen 7 und 8 Uhr morgens müssen die Kinder abgegeben werden, wie ich bereits erwähnte. Um 8.30 Uhr bekommen sie ein Frühstück. Dann wird gespielt. Um 12.30 Uhr gibt es Mittag und danach wird geschlafen. Bei den Babys läuft das natürlich noch etwas anders ab. Da gibt es auch noch eine Flasche zwischendurch und so, aber ungefähr ist es ähnlich.

Ich sammele nun schon die ersten Bilder von Tanok. Er fängt also an mit Basteln, sogar mit Englisch lernen. Er ist auf dem Hof schon gefallen und hat sich die Stirn aufgeschürft. Er hat einen Kratzer abbekommen. Ein richtig kleines Kita-Kind wird also aus ihm.
Und auch Nahuel lernt mit seinen bald acht Monaten dazu. Ich denke, bei ihm ist das Vertrauenfassen noch der schwierigste Teil. Er ist nämlich wirklich sehr arg an mich gebunden. Papa darf ihn noch auf den Arm nehmen und sonst niemand anderes. Ich muss ihm wohl mehr Zeit geben. Wir alle müssen das. Es wird schon. Er wächst mit seinen Entwicklungsphasen und ich denke, wenn er sich erstmal selber fortbewegen kann wird es sehr viel besser für ihn. Dann fühlt er sich nicht so sitzen gelassen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wir lernen also dazu. Als Familie und überhaupt. Und nun muss ich ins Bettchen. Auch ich erhole mich noch von Magen-Darm und morgen muss ich wieder aufs Neue alles unter einen Hut bringen. Ein Tag nach dem anderen – ist momentan mein Motto.

 

 

 


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2 Comments

  1. Hallo Nora, ein schöner Beitrag über den alltäglichen Wahnsinn… ich kenne es nur zu gut. Jonna von den Expatmamas hat mich auf dich aufmerksam gemacht. Ich habe auch einen Blog und darin die Interview-Serie „Expatmamas around the globe“ zum Thema Vereinbarkeit von Familie & Beruf. Hättest du Lust, mitzumachen? Schau‘ doch mal vorbei, das hier ist der aktuellste Beitrag aus der Reihe: http://saint-iva.de/leben/modernes-bullerbue
    Ich würde mich freuen, von dir zu hören, liebe Grüße aus dem kalten Berlin von Stefanie

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    1. Hallo Stefanie!
      Das ist sehr lieb von Dir und schön, dass über meinen Blog geplaudert wird. Ich habe mir die Artikel aus der Interviewserie angesehen und würde auch gerne meinen Beitrag leisten. Schreibe mir, wie alles funktioniert unter komplexa@gmx.de und du hörst von mir! Liebe Grüße zurück aus dem sehr kalten Zacatecas – im Haus sind es momentan 14°C …

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