Mamá y maestra – soll heißen, Mama und Lehrerin, denn es hat sich eine weitere Rolle in mein Leben gefügt. Seit dem 15. August arbeite ich als Deutschdozentin an einer technischen Hochschule in Zacatecas und bin nun einmal mehr belastet. Ich strauchel immer noch von einem Tag zum anderen, in der Hoffnung, der nächste wird besser. Wird er manchmal auch, manchmal gibt es auch Rückschläge. Mich zu organisieren, steht ganz groß auf der Tagesordnung. Früher aufstehen, steht da weiter. Würde ich ja gern, wenn die Nächte nicht manchmal so hart wären oder sogar erst nach Mitternacht für mich anfangen (weil vorher klein Nahuel kein Auge zu tut). Letzte Woche kam noch eine Erkältung dazu – beide Kinder wurden zum Arzt gebracht, als sich nach drei Tagen mit Hausmitteln keine Besserung einstellte und mein Sechsmonatiger sogar Fieber hatte.
Wie geht es mir? Erkältung blieb bei rauem Hals stecken. Vielleicht bin ich ja nun auch eine dieser Mamas, die nicht krank werden? Zumindest nicht das bekommen, was die Kinder haben? Dafür habe ich ein entzündetes Auge (Stress?), und Rückenschmerzen. Ich war am Sonntag (!) bei einer Physiotherapeutin, die mich so hart geknetet hat, dass ich schrie, als würde ich ein drittes Kind bekommen. „Muy mal, muy mal..“ – ganz schlecht, ganz schlecht, sagte sie nur, bezog sich damit auf meine körperliche Verfassung und ich solle mindestens vier Mal kommen – jeden Sonntag um drei Uhr darf ich also zur Schlachtbank gehen, damit sie mich wieder richtet. Ich sollte mich auf große Schmerzen einrichten. Na super.
Abgesehen von den Wehwechen und dem Chaos hier, geht es mir gut, der Familie auch und ich habe sehr viel Spaß am Job. Wo sind die Kinder in dieser Zeit? Da wir erst am 19. September den Termin mit der KiTa haben, und erst danach darf ich die Kinder dort lassen, habe ich kurzerhand meine Haushaltshilfe zum Kindermädchen erklärt; ihr gesagt, dass das Putzen gerade nicht so wichtig sei, sondern in erster Linie die Kinderversorgung. Das klappt mit dem Großen ganz gut, der Kleine leidet etwas. Aber das werden sie in der KiTa auch. Da haben sie schon mal einen Vorgeschmack in vertrauter Umgebung.
Klingt hart? Ist es vielleicht auch. Doch ich passe mich mexikanischen Müttern an – manche müssen ihr Baby nach 40 Tagen abgeben, weil sie arbeiten gehen. Ich weiß, ich muss nicht arbeiten, finanziell. Aber seelisch. Und es bot sich mir eine gute Gelegenheit. Warum ich nach Verteidigung klinge? Weil ich ein typisch deutsches schlechtes Gewissen habe, meinen sieben Monate alten Sohn abzugeben, obwohl er kaum etwas anderes annimmt als Muttermilch direkt von der Quelle. Langsam, ganz langsam nimmt er auch andere Nahrung zu sich. Irgendwann muss ich doch mal damit anfangen. Und mit der KiTa entstand der nötige Druck für mich (!), dass ich ihm regelmäßig helfe, etwas anderes zu sich zu nehmen. Ansonsten wäre ich wohl faul – stillen ist ja so schön einfach. Ich möchte aber gerne, dass mein Kind nun auch mal selber anfängt seine Geschmacksknospen zu erproben.
Alles in allem bin ich glücklich über die Entscheidung, auch wenn es momentan Tage gibt, an denen ich wirklich überfordert bin.
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Meinen frau kommt aus chile, ich lerne gerade fleißig (maestra ) danke für ein neues wort bzw Satz
Lg
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Dafür nicht, immer gerne! Und es folgen bestimmt noch viele mehr. Liebe Grüße
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