Jetzt WIRKLICH in Mexiko angekommen

Wie jeder es sich denken konnte, wir sind nun schon umgezogen. Daher die Funkstille. Und ich muss sagen, jetzt lebe ich wirklich in Mexiko. Wohnsiedlung. Hier ist es wie auf dem Dorf. Vorher haben wir in einem … sagen wir, gehobenerem Viertel gewohnt. Und jetzt sind wir bei den Normalos. So würde ich es sagen. Hier lebt die Mittelschicht. Die mittlere Mittelschicht. Die, die ein Auto haben, aber deren Kinder auf öffentliche Schulen gehen. Die, wo beide Elternteile arbeiten müssen, damit es finanziell gut geht. Diese mittlere Mittelschicht. Es lebt hier auch arm und es lebt hier auch die obere Mittelschicht, zu denen ich uns wohl zähle, denn bei uns reicht in der Theorie auch ein Gehalt. Außer man will mehr – oder hat Verwandte in Deutschland. So ein Jahresurlaub muss auch finanziert werden. Und da brauchen wir dann in der Zukunft schon noch ein kleines Gehalt von meiner Seite aus. Aber so für den Lebensstandard… ist es erstmal gut so.

Wir sind also umgezogen. Ich schreibe jetzt von unserem „neuen“ Haus aus. Ich war mehrmals alleine unterwegs mit den Kindern und habe viele Sachen vor dem eigentlichen Umzug ins Haus gebracht. Ja, ich mit Auto auf den Straßen Zacatecas – das ist gar nicht so schlimm – man muss einfach gut aufpassen, denn hier überholt man auch gerne mal links. Aber daran konnte ich mich gewöhnen.

Der Umzug war ganz angenehm. Nicht sonderlich stressig. Nur hat erst unser Bett nicht die Treppe hoch gepasst. So haben wir ein paar Nächte unten geschlafen. Auch mal schön, eine Erfahrung gesammelt. Unten ist es kühl, oben ist es warm. Aber in Deutschland habe ich schon in wärmeren Wohnungen geschlafen.

Nach dem Umzug vor zwölf Tagen kam eine Woche später der Grippevirus. Erst Kind Nr. 1, dann der Mann, dann ich und zum Schluß Kind Nr. 2 – in der Reihenfolge geht auch der Genesungsprozess vonstatten. Obwohl Nahuel und ich wohl gleichauf sind – wir haben gestern mit der Antibiotika Medikation begonnen.

Warum sind wir nun also richtig in Mexiko angekommen? Weil die Häuser sehr warm waren in den letzten Tagen – wir hatten teilweise bis zu 29° C tagsüber, sind die Menschen gerne vor den Häusern im Schatten. Auch abends kommen sie raus. Kinder spielen auf der Straße. Am ersten Wochenende dachte ich, ich wär auf dem Campingplatz, weil draußen so viel los war.

Die Müllabfuhr klingelt hier und dann kommen die Menschen aus ihren Häusern und bringen den Müll zum Wagen – so wie es eigentlich sein sollte. Es ist theoretisch nicht erlaubt, seinen Müll auf die Straße zu stellen, so dass er mitgenommen wird. Hier haben wir also das echte mexikanische Beispiel.

Dauernd fährt irgendetwas vorbei, mit Lautsprechern oder auch nicht. Werbung wegen der Wahlen (am 5. Juni sind Wahlen!). Der Gasmann mit seinen Gaszylindern. Der Wassermann mit seinen Wasserbehälten (ich weiß nicht, wie die im Deutschen genannt werden…). Eis wird verkauft – begleitet von Musik. Tamales werden angeboten.

Ich habe das Gefühl, jeder weiß schon ganz genau, dass hier in diesem Haus ein Zacatecaner mit einer Deutschen wohnt. Und die haben zwei kleine Kinder. Hier herrscht Dorfcharakter und das ist schön. Ich fühle mich wohl – so mitten in Mexiko.

 

PS: Damit man sich die mittlere Mittelschichten-Straße vorstellen kann:

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Kurz nach einem Regenschauer – es ist 1. Juni – Beginn der Regenzeit

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