Bei Mama ist es noch am Schönsten. Ich hoffe sehr, dass meine Kinder das auch einmal sagen oder denken. Ich versuche doch wirklich sehr viel, und versuche zumindest das „Richtige“ zu tun – auch wenn es nicht immer gelingt.
Ich bin eine sehr strenge Mama. Ich liebe beide, ich knuddel und knutsche sie, ich herze sie und gebe Tanok jetzt schon viel zu viel Kekse, wenn er sie will. Aber ich bin auch sehr streng und unglaublich strikt. Das liegt auch an meiner Ungeduld. Bei mir gibt es selten ein drittes Mal „Nein, Tanok“. Ich schimpfe dann sehr, meist reicht aber schon ein strenger Blick. Ich habe einen sehr lieben Jungen, der tief in seinem Herzen auf mich hört und auch recht sensibel ist.
Stolz bin ich auf meine Strenge nicht und vieles was ich mache oder wie ich reagiere ist modern-pädagogisch sicherlich nicht wertvoll.
Aber ich habe auch schon gelernt wieder gut zu machen, zu erklären, darüber hinwegzusehen, zu trösten und dann wieder rumzualbern und jaa, auch geduldiger zu sein.
Trotzdem bleibe ich wohl die strenge Mama – das bin ich und werde es wohl auch nicht ändern können, vielleicht auch nicht wollen.
Ich werde ja trotzdem weich, wenn mich mein Junge aus seinen großen Rehaugem anschaut und ihm leicht die Tränen wie Glitzersteine die Wange herunter laufen… Und dann muss ich lachen und alles ist halb so schlimm. Vielleicht bin ich sogar eine schlimme Mischung, Strenge mit Inkonsequenz, vielleicht selbstmanchmal noch zu sehr Kind. Ich hoffe sehr, dass das nichts schlimmes ist, am „Ende“. Kein Kind es mir sehr übel nimmt.
Ich habe sie so sehr lieb und möchte, dass es ihnen gut geht und dass sie glücklich sind in ihrem Leben, dass sie selbstbewusste kleine Kreaturen werden; Erwachsene, die gerne an ihre Kindheit denken, mit einem Lachen die Augen verdrehen, wenn sie an ihre verrückten Eltern denken und dann einfach sagen: „Ach, bei Mama ist es doch am Schönsten.“
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