Der Hund auf dem Dach

Etwas was ich zu Anfang befremdlich fand und nun aber völlig normal geworden ist: Der Hund auf dem Dach. Gehe ich mit Tanok im Viertel spazieren, werden wir nicht selten vom Dach aus angebellt. Da die Mexikaner Flachdächer bauen, um die Möglichkeit zu haben, ihr Haus zu erweitern, aber auch weil Gas- und Wassertank meist oben stehen und außerdem regnet es hier ja nicht so viel – da braucht man kein schräges Dach, damit das Wasser abfließt. Nun also, da die Mexikaner Flachdächer bauen, ist es möglich, oben lang zu gehen und sich aufzuhalten. Und so sperren viele ihren Hund nach oben. Auch, weil unten meist kein Vorgarten/-platz vorhanden ist. Die Garagen meist fest verschlossen. Kein Platz für den Hund, also kommt er nach oben.

2016-04-14 17.21.44

Mir tut das als Deutsche und somit als Mensch, dem Hund und Katz sehr am Herz liegen, sehr leid. Denn denke ich an die starke Sonne, die senkrecht vom Himmel scheint und somit kaum Schatten wirft. Ich kann immer nur hoffen, dass den armen Tieren wenigstens Wasser hingestellt wird.

Tierschutz ist in Mexiko nicht sonderlich groß geschrieben. Sicherlich gibt es Organisationen, die sich kümmern, aber dennoch kann jeder wie er will sein Tier halten und es behandeln oder nicht. Welpen sehe ich zu oft in Kinderhänden als Spielzeug. Wie die Situation aussieht, wenn sie aus dem Niedlichen herausgewachsen sind, möchte ich nicht wissen. Wo kommen sonst wohl auch die Straßenhunde her. Hier in Zacatecas ist es nicht so schlimm, wie in Mexiko-Stadt, wo sich ganze Rudel bilden. Aber tun, tun sie meistens nichts. Sind eher scheu, selten aufdringlich.

Das war die Geschichte mit dem Hund auf dem Dach. Bei uns gibt es dauernd neues, weshalb ich gar nicht mehr zum Schreiben komme. Wir haben seit letzter Woche unser Haus. Das bin ich gerade mit starker Hilfe im Begriff zu reinigen, bevor wir es ausräuchern wollen. Schließlich steht es schon seit einiger Zeit alleine da und ich möchte keine Überraschungen erleben, mit zwei kleinen Kindern. Das kostet uns 400 Pesos, umgerechnet 20 Euro. Chemie ist in Mexiko eben noch deutlich günstiger als sauberes Wasser – so habe ich das Gefühl.

Jetzt kommen jede Menge Dinge auf mich zu – in erster Linie auf mich, weil mein Mann ja arbeitet. Gerade tummelt er sich auf einer Konferenz in Porta Vallarta – am Meer – herum. Ich dagegen werde heute unseren Kühlschrank in Empfang nehmen.

Neben den Hausangelegenheiten habe ich auch wieder angefangen, Deutschunterricht zu geben. Das geht momentan allerdings nur mit Babysitter, also etwas Hilfe. Eine Freundin von mir greift mir da unter die Arme – sie möchte sowieso im nächsten Jahr ein Aupair-Jahr in Frankreich starten. Da kann sie hier schon mal etwas üben.

Nun, es gibt viel zu tun. Viele Veränderungen in diesem Jahr, so dass ich das Bloggen leider hinten anstellen muss. Ihr werdet es mir verzeihen.

 


Entdecke mehr von NORA SCHMACKERT

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Comment

Hinterlasse einen Kommentar