Alles ist schöner als Spielzeug

Mein Sohn Tanok ist gelangweilt. Seine Spielzeuge sind momentan überhaupt nicht mehr so spannend. Er hat einige. Ich würde sagen viele. Aber länger als ein paar Minuten.schafft keines seine Aufmerksamkeit zu halten. Daher macht er auch ordentlich Theater, wenn er in den Laufstall muss.

Dafür gibt es andere „Spiel“-Sachen, die seine Aufmerksamkeit bekommen und die ihn begeistern: Heute waren es seine ersten Schuhe mit Schnürsenkel, ein leerer, abgewaschener Joghurtbecher, leerer abgewaschener Sahnebecher mit Deckel, eine Plastiktüte, eine kleine Melone, ein Topfdeckel (der war aber schnell wieder im Schrank, weil aus Glas), Spielmatten (siehe Foto) rumschleppen, Mamas Füße, ein Karton (DHL- Größe M), Spucktuch seines Bruders und dann draußen: ein Stück Baumrinde, ein Blatt, noch mehr Blätter.

Und das war nur heute. Sonst gerne auch mal Erdnüsse (siehe nochmal Foto), die sein Vater eigentlich essen wollte und über die sich Tanok gestürzt hat. Meine Haarbürste findet er toll, Cremes in jeglicher Verpackung, Kabel (trotz Schimpfe), die Räder der Karre und so kann ich eine Liste fortführen. Kochlöffel oder Schneebesen sind auch ganz toll oder Besen und Kehrblech und Wischer.

Ich finde das alles nicht schlimm. Im Gegenteil. Tanok lernt Gegenstände kennen. Er befühlt sie, er testet sie, er muss seine Fantasie spielen lassen.

Weiterhin der Renner sind bei ihm trotzdem seine Bücher. Die haben wir hier in Spanisch und in Deutsch rumliegen und natürlich auch welche ohne Sprache. Ich finde Fühlbücher ganz toll. Gibt es von Ravensburger schöne, falls jemand einen Tipp braucht.

Außerdem habe ich Kühlschrankmagneten geschenkt bekommen, aus Holz. Die sind toll! Schön ist es, dass Tanok ein paar Sachen in der Küche hat, die er anfassen kann, ohne dass ich schimpfen muss. Dann ist sein Besuch, wenn ich koche, gleich viel entspannter. Außerdem hilft ein Löffel und ein leerer Joghurtbecher. Damit „kocht“ Tanok dann auch was leckeres.

Ansonsten haben wir das übliche, was vieles bekannt ist. Bauklötze, Kinder-Werkzeugkasten, Auto, Kuscheltiere, Steckkiste und andere Geschicklichkeitsspiele. Viele gute Sachen haben wir aus Deutschland geschenkt bekommen. Hier habe ich nur eine (amerikanische) Firma gefunden, die Holzspielzeuge herstellt. Davon haben wir ziemlich viel. Allerdings sind manche Plastiksachen auch nicht zu verachten. Kinder lieben Dinge, die blinken. Und die sind meist aus Plastik. Bei mir gibt es nichts was laut ist. Geschenkt bekommen haben wir dennoch Dinge, die was sagen. Was davon seit neun Monaten funktioniert und super ist, ist das Handy von Fisher Price. Keine Ahnung, ob es da mehrere verschiedene gibt, aber wir haben eines und das ist, auch wenn es mich anfangs genervt hat (irgendwann singt man die Lieder mit und irgendwann singt man die Lieder auch wenn weder Handy noch Kind in der Nähe ist), das ist prima – Kind freut sich.

In Mexiko stehen sie immer noch mehr auf Plastik. Die Mode von Stoff- oder Holzspielzeugen ist hier noch nicht so angekommen. In Zacatecas zumindest nicht. Auch gute Kinderbücher zu finden, damit habe ich hier etwas zu kämpfen. Manchmal gibt es eine Buchmesse oder einen Markt mit Büchern. Darauf warte ich momentan, vielleicht finde ich etwas. Ich brauche ein bisschen Nachschub. Bücher kaufe ich gerne und Tanok liebt sie – von Anfang an, ohne Manipulation (falls das in dem Alter überhaupt geht, mit Spielzeug).

Ich möchte gerne im Juli auf Baby Expo in Mexiko-Stadt. Ich hoffe sehr, dass wir dorthin können und dann schaue ich einmal, was sie dort so bieten.


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