Mein zweiter Sohn ist nun zirka fünf Wochen alt und es ist anstrengend. Dabei ist er nicht mal anstrengend, auch nicht mein erster Sohn von 15 Monaten. Nein, die Kombination ist das anstrengende! Himmel, ich habe mir das schon vorher gedacht, aber so sehr nun auch wieder nicht.
Das Baby wickle ich, mit einem Kleinkind zwischen den Beinen. „Vorsicht mit dem Kopf , Tanok, ich muss die Schublade jetzt aufmachen.“ „Nein, die Creme ist nicht für dich, die kommt auf den Popo deines Bruders.““Tanok, aua, du stehst auf meinem Fuß.“ „Dein Baustein ist unters Bett gerollt, warte, wir schauen mal nach.“
Dabei muss ich Acht geben, dass Baby nicht friert, nicht noch mehr weint, mich nicht anpopot oder anpipit, weil es das alles noch sehr unkontrolliert macht und besonders gerne, wenn es Kälte spürt, ergo, wenn ich eh gerade die Windel wechsle.
Wenn Tanok weint, stört es Baby entweder gar nicht oder er erschreckt sich und legt auch los. Und jetzt? Was ist pädagogisch sinnvoll? Erst der Einjährige oder erst das Baby? Ich versuche beides in irgendeiner Form, meistens erst Tanok, weil er es mir noch sehr übel nimmt. Eifersucht ist natürlich auch ein Thema, aber es hält sich in Grenzen. Tanok ist die meiste Zeit sehr lieb zu seinem Bruder, streichelt ihn und verteilt Küsschen.
In dem Moment, wenn wir uns an den Tisch setzen, um zu essen, fängt Nahuel an zu weinen und will auch seinen Teil. Also esse ich meist stillend, weil ich so viel Egoismus besitze, auch mein Bedürfnis stillen zu wollen. Aber zu wenig, um das Kind alleine zu lassen. Tanok findet das natürlich nicht immer berauschend und braucht auch seine Aufmerksamkeit, so dass ich grundsätzlich kaltes Essen zu mir nehme.
Die Nächte sind kurz und unterbrochen. So wie jetzt, alle schlafen und ich habe es aufgegeben. Sobald ich in einen angenehmen Tiefschlaf gefallen bin, wacht garantiert einer von beiden auf. Tanok bekommt Zähne und macht wohl gerade wieder eine Entwicklungsphase durch. Meist wird Tanok nachts von meinem Mann versorgt und ich kümmere mich um Nahuel. So haben wir schon manche sehr unruhige Nacht hinter uns gebracht und sind dadurch stets müde. Aber doch extrem glücklich mit unserer kleinen Familie.
Momentan sind Osterferien – noch. Das bedeutet, ich bin tagsüber nicht alleine mit den beiden. Das ist keine große Erleichterung. Ist der Mann zu Hause habe ich mehr im Haushalt zu tun. Mein Mittagessen fällt gewöhnlich dürftig aus, nur Tanok bekommt immer seine Mahlzeit. Jetzt essen wir vollwertige Mahlzeiten, die gekocht werden müssen. Von daher habe ich nicht mehr Zeit, nur verbringe ich sie anders.
Aber auch das ist alles nicht schlimm. Überhaupt entwickele ich eine Geduld, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie besitze. Ich bin ja von Natur aus ein extrem ungeduldiger Mensch. Aber jetzt… ich werde nur mal grantig, wenn Tanok wiederholt den Fernseher betatscht und zwar so, dass dieser gefährlich wackelt. Was bei Flachbildschirm nicht so lustig ist. Es leben die alten Röhren-Fernseher, die waren unwackelbar. Im Haus kommt das Ding an die Wand.
Ich hatte es, glaube ich, noch nicht erwähnt. Wir sind dabei, ein Haus zu kaufen. Wollten eigentlich in den Osterferien schon umziehen, aber der Papierkram dauert ewig. Also geschieht das wohl erst im April. Das wird auch noch interessant. Aber mit ein bisschen Organisation und Geduld (!), bekommen wir das schon hin.
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So, endlich komme ich mal dazu, zu antworten. Da wünsche ich Dir sehr viel Kraft. Ich überlebe momentan einfach nur mit Phasen der Überforderung. Aber es wird alles langsam. Bei drei Kindern bist Du wenigstens schon organisiert. Geht die Kleine denn schon in die Kita? Darauf hoffe ich ja jetzt, dann kann ich mal durchatmen.
Liebe Grüße
Nora
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Davor habe ich auch Angst oder zumindest Respekt. Klein L. wird wenn ihre Schwester kommt 16 Monate alt sein. Schon anstrengend mit 2 so Kleinen, kann dich da gut verstehen. Ich hoffe dass Beste, eigentlich schläft sie bereits jetzt durch und ist auch sonst unkompliziert. Muss sie auch, sie hat noch 2. größere Brüder. Danke für deine Erfahrungen und bleib stark. Liebe Grüße, Andrea
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