Neulich beim Frisör…

Es ist etwas länger her, dass ich geschrieben habe. Nein, das Baby ist noch nicht geboren, ich hatte schlicht andere Dinge im Kopf. Wir haben hier soweit die Kälteperiode hinter uns gelassen. Es war bitterkalt. Ich habe in diesem Jahr sogar meinen Wintermantel ausgepackt. Gerade, wenn ich morgens zum Arzt musste (zur Kontrolle), war dieser unerlässlich.

Außerdem habe ich seit November einen neuen Blog angefangen, um dem ganzen Kinderthema einen eigenen Platz zu geben. Ich hab ja doch so viel zu erzählen, aber ich fand diesen Blog nicht geeignet dafür. Wer Interesse hat, an der rechten Seite verlinke ich auf Mama in México. Dies bedeutet, dass ich an zwei „Fronten“ schreibe. Um dem ganzen einen Schwung zu geben, habe ich mich erstmal auf das Mama-Thema konzentriert; werde mich allerdings bemühen, zukünftig beiden Blogs gleich viel Zeit zu widmen. Zugegeben, beim Familienthema passiert natürlich tagtäglich etwas. Aber gut, ich bemühe mich, wie gesagt.

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Neulich also beim Frisör. Ich bin die Sorte Frau mit langen Haaren, die eigentlich nur Spitzen schneiden braucht. Ohne richtige Frisur. Da ist es so wunderbar, dass ich hier in Zacatecas endlich jemanden finde, den ich in Deutschland so vermisste. Für 60 Pesos schneidet mit die Frisörin die Spitzen. Das sind vier Euro. Dauert schließlich auch nur fünf Minuten. Und das ist okay so! In Deutschland zählt es als Haarschnitt. Wer Pech hat, der zahlt noch 20% Längenzuschlag. Fand ich immer ein Unding. Nur weil ich niemanden habe, der sich traut, mal eben gerade dranlang zu schneiden.

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Ich finde’s hier super. Man bekommt dann auch immer interessante Gespräche mit. Die Dame hat zwei Stühle, man verzeihe mir das verwackelte Bild. Ich hab es erst später gesehen, dass es nicht ordentlich gelungen ist. Wertet es als Kunst. Auf jeden Fall hat sie zwei Stühle und beim dritten steht ihre Nähmaschine. Für Zeiten ohne Kundschaft wahrscheinlich. Der Laden ist winzig und chaotisch. Ich finde es herrlich. Natürlich gibt es auch die super tolle Hochglanz-Frisöre hier, aber ich war ja schon immer für das kleine Kunterbunte.

Ich musste recht lange warten – Termin gibt es natürlich keine. Eine Dame wollte eine schöne Frisur für ein Klassentreffen, wenn ich es richtig verstanden habe. Mexikanerinnen haben oftmals dickes Haar und davon besonders viel. Und die meisten glätten sich die Haare. Das dauert. Aber mir war es nur recht. Vorher war ich zwei Stunden in der Stadt unterwegs, meine Freiheit genießen, weil Mann und Kind bei den Schwiegereltern waren. Aber es ist einfach nicht dasselbe, vor allem wen man schwanger ist. Die unsichtbare Verbindung zu meiner kleinen Familie ist da, so richtig, richtig genießen kann man einen Stadtbummel da nicht mehr. Aber gut. In jedem Fall war ich etwas erschöpft und wartete genügsam auf einem Stuhl, bis es an mir war.

Interessanter Weise hatte sich die Frisörin an mich erinnert. Ich war genau vor einem Jahr schon einmal bei ihr. Verrückt. Hat mich gleich gefragt, wie mein Urlaub in Deutschland war. Ach, Zacatecas ist eben doch ein Dorf.


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