‚Schwanger zu sein, ist manchmal mit vielen Zweifeln verbunden. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft schleicht sich auch eine gewisse Unsicherheit ein, weil man plötzlich ein Thema berührt, mit dem man (vielleicht) vorher nicht viel in Berührung gekommen ist.
So ging es mir zumindest. Ich habe und hatte keine anderen Babys in meinem Umfeld. Ich glaube, dass ich mit Tanok das erste Mal ein Baby und Neugeborenes auf dem Arm gehalten habe. Völlig unerfahren bin ich also an jedes einzelne Thema bezüglich eines Kindes herangegangen.
Jetzt in Schwangerschaft 2 habe ich am Anfang, aus Schuldgefühl dem Ungeborenen gegenüber ihm nicht genügend Aufmerksamkeit zu schenken, noch einmal ein Buch über Schwangerschaft begonnen und war doch etwas erbost über die Worte, die ich gelesen habe. Wenn eine junge (erst-)schwangere Frau alles glaubt, was in diesen Büchern steht, dann kann man wirklich verrückt werden. Diese Panikmache! Punkt Sauberkeit und Essen – Geschirrtücher am besten täglich zu wechseln und der Globetrotter Weisheit zu folgen, „schälen, kochen oder wegschmeißen“ … oder so ähnlich, ich zitiere aus dem Kopf, finde ich ein Unding. Man sollte wirklich nicht alles glauben oder gar beherzigen. Wer hat denn bitte so viele Geschirrtüchter, um sie täglich zu wechseln. Also wirklich, können wir mal realistisch bleiben? Und nicht mal ich schäle, koche etc. alles bevor ich es verzehre und ich wohne in Mexiko. Wo bekanntermaßen noch völlig freimütig mit Chemikalien um sich geworfen wird.
Es werden sehr gesunde Kinder geboren auf dieser Welt, wo die Mutter keine Folsäure und XY-Vitamine zu sich genommen hat. Vielleicht sogar unterernährt ist oder hungert. Gut, letzteres kann auch ein größeres Risiko fürs Ungeborene sein, aber.. nun, ich übertreibe, um es deutlich zu machen, dass diese Panikmache wirklich mit sehr objektiven Augen betrachtet werden sollte. Wer sich ausgewogen ernährt und ein bisschen auf das hört, was der Gynäkologe so sagt, der ist auf dem richtigen Weg.
Auch später. Wohnung Kindersicher machen. Ich habe noch nicht eine richtige Kindersicherung… na gut, außer für Steckdosen im Kinderzimmer… gekauft. Und hier hat noch kein Kinderkopf geblutet. Man muss nur ein bisschen aufpassen. Natürlich gibt es Beulen, aber man kann sein Kind auch nicht vor allem bewahren. Wichtig ist, dass man zum Trösten da ist.
Also lasst euch nicht verrückt machen und hört auf euren Instinkt. Fragt eure Mutter oder eine andere liebe Verwandte, die haben schließlich auch Kinder groß gezogen, als es noch nicht diese Masse an Kinder-Zubehörartikeln gab und auch noch nicht so viele wissenschaftliche Erkenntnisse über wer weiß was. Vor 30 Jahren haben sie gepredigt das Kind auf dem Bauch schlafen zu lassen. Heute ist das ein Tabu. Da sieht man mal, was die Mama davon hat. Hört auf euren Instinkt und euer Mama-Herz, dann kann gar nicht so viel schief gehen.
Darüber bin ich hier in Zacatecas etwas froh – hier wird ziemlich viel noch der Mutter überlassen und alles ist etwas „natürlicher“. Die Panikmache mit den 100 Untersuchungen beim Frauenarzt bezüglich von Krankheiten, die man pränatal feststellen lassen kann, das gibt es hier nicht. Hat sicher auch sein Gutes. Gleich gehe ich zum Frauenarzt – der hat nicht mal ein Ultra-Schall-Gerät, sondern horcht durch ein.. .keine Ahnung wie es heißt. Ein Metallrohr!? Und er fühlt. Und er fragt mich, wie es mir geht. Das war’s. Ein einziges Mal war ich in Deutschland schwanger beim Frauenarzt – ich wurde nicht einmal gefragt, wie es mir geht. Liegt vielleicht auch am Arzt, klar. Aber das möchte ich verdeutlichen: Hört auf euch selber und lasst euch nicht alles verkaufen. Oft steckt nämlich eine Geldmacherei dahinter.
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