Ach jaa,.. die Schwangerschaftssymptome. Da kann jeder sicherlich spontan fünf aufzählen, ganz gleich, ob Mann oder Frau und ob man ein Kind bekommen hat oder nicht. Das wird ja nun auch in zahlreichen Filmen und Büchern als lustig oder beschwerlich zum Hang zur Komik beschrieben. Was ist nun dran an den berüchtigten Symptomen?
Alles und nichts. Sehr juristisch muss ich mich ausdrücken: Es kommt darauf an. Und zwar auf die Schwangere! Jede, wirklich jede Schwangerschaft gestaltet sich anders, selbst bei derselben Frau. Ich spreche nun aus Erfahrung.
Meine erste Schwangerschaft war ein Traum. Ja, ich hatte so ziemlich alle Symptome, die man kennt, aber alles nur sehr sanft, außer Sodbrennen. Das hat mich am Ende heftig erwischt.
Was waren das nun für Symptome: ein „weiches“ Aussehen, das ist mir in der dritten Woche an mir selber (!) aufgefallen. Hat aber nur eine Woche gedauert. Kräftigere Nägel, Haare waren griffiger. Appetit auf deftig-saures, in meinem Fall Soljanka. Abendliche (!) Übelkeit. Kreislauf-Beschwerden. Ich konnte nicht mehr so große Portionen essen. Außerdem roch ich besser – gute Gerüche wie auch schlechte.
Ab dem dritten Monat dann auch Stimmungsschwankungen. Extreme Müdigkeit – ich habe sehr viel geschlafen und konnte das auch tun, weil wir gerade in Mexiko angekommen waren und ich keine Beschäftigung hatte. Vermehrtes Verlangen nach Milch. Halber Liter war nichts, eher ein Liter pro Tag. Ich konnte weder Ei riechen, noch essen, da wurde mir schlecht. Auch keine Guaven, die habe ich nach draußen verbannt, in der Küche durften die nicht sein.
Der Bauch wuchs natürlich und damit war andere Kleidung von Nöten. Aber vielleicht sollte ich das nicht als Symptom nennen, zählt vielleicht nicht, weil es ja ganz normal ist. Nun wer weiß, manche Frauen merken den wachsenden Bauchumfang ja erst recht spät.
Ab dem sechsten Monat tropfte ab und zu Milch aus der Brust. Meistens nachts. Außerdem wurden meine Zähne empfindlicher, ich brauchte mehr Calcium. Das gleiche galt für Muskeln und Muskelkrämpfe. Ich brauchte also außerdem auch mehr Magnesium.
Die Toilette wurde von mir öfter aufgesucht. Das Kind wuchs und machte sich breit. Da war für andere Dinge kein Platz. Erst recht nicht für so unwichtige Organe wie die Harnblase.
Außerdem rutschte der Magen ja auch etwas nach oben, was das Sodbrennen noch verschärfte. Das war wirklich ein Problem. Ich musste Medikamente nehmen, weil mir sehr übel wurde und um die Magenschleimhaut nicht noch weiter zu reizen. Da half kein regelmäßiges, zuckerfreies, nicht scharfes und nicht zu spätes essen. Ich hatte einfach Säureprobleme.
Zum Schluß hatte ich abends manchmal auch dicke Füße, ergo Wassereinlagerungen. Auch wurde meine Haut an den Beinen sehr trocken und juckte richtig. Und eine Woche vor der Geburt erwischten mich noch Hämorrhoiden – ein Leidensthema bei Schwangeren, über das wohl kaum jemand spricht. Die Venen weiten sich, man bewegt sich außerdem weniger und da kann es vorkommen. So ist das nun mal. Aber mit einer Creme ließ sich das wieder beheben.
Jetzt in der zweiten Schwangerschaft habe ich nicht ganz so viel bemerkt. Vielleicht auch, weil ich relativ spät registriert habe, dass ich schwanger bin und zudem durch meinen Sohn, der schon auf der Welt ist, auch nicht mehr ganz so sehr meine Aufmerksamkeit auf meinen Bauch lenke. Gemerkt, dass ich schwanger bin, habe ich dadurch, dass mir abends beim Glas Wein im Deutschlandurlaub übel wurde und außerdem ich nicht so große Portionen essen konnte. Mein Magen war schneller voll. Da dachte ich, das kennst du doch!? Und der Test war positiv. Diesmal sind meine Nägel aber nicht kräftiger, auch nicht die Haare, eher das Gegenteil. Dafür habe ich gar kein großes Sodbrennen. Nur manchmal, wenn ich nicht gut esse tagsüber und abends oder sehr viel Süßes esse und zu wenig trinke oder wenn ich Chili esse. Ich wohne in Mexiko, manchmal kann ich es nicht abwenden.
Ich habe auch sehr trockene Haut bekommen – das kann aber auch zusätzlich am Wetter liegen.
In dieser zweiten Schwangerschaft war ich außerdem extrem viel krank. Jeden Monat etwas neues. Mein Körper war wohl noch nicht soweit. Ich hatte eine Nierenbeckenentzündung, eine Sehnenscheidenentzündung (aber da bin ich mir nicht ganz sicher, ob es nicht vielleicht doch nur eine Verspannung war), außerdem die momentane Grippe. Muskelschmerzen im Bauch und im Schrittbereich. Ich hatte bis zum 5. Monat gar nicht zugenommen und dann plötzlich drei Kilo – das war zu viel. Außerdem Tanok durch die Gegend tragen, der Körper konnte abends oft einfach nicht mehr.
Apropos Gewicht – in der ersten Schwangerschaft habe ich sechs bis sieben Kilo abgenommen, bis zum vierten Monat ungefähr, dann stetig zugenommen. Das kann passieren und ist nichts ungewöhnliches. Jetzt habe ich wie bereits gesagt, gar nicht zugenommen die ersten Monate und auch jetzt nur langsam. Bisher zirka sechs Kilo und ich habe nur noch sechs Wochen. Ich muss dazu sagen, dass ich von Natur aus kein Hering bin und beide Schwangerschaften mit leichtem Übergewicht begonnen habe. Aber trotzdem ist es interessant. Nach der Geburt habe ich, zumindest beim ersten Mal, mein Gewicht schnell wieder verloren. Wer Stillen kann, sollte das auch tun. Eine schöne Diät, die Natur weiß, was sie tut.
Das war mein langer Bericht zum Thema Symptome. Ich hoffe, es war etwas interessant. Wer Fragen hat, bitte, schreibt mir!
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