Kinder sind wunderbare Wesen und wie wir schon hundertmal gelesen haben, sollten sie nie dafür herhalten müssen, eine Beziehung glücklich zu machen oder gar zusammen zuhalten. Gemeinsam ein Kind zu bekommen, könnte eher die Sahnehaube einer Beziehung sein und die Partnerschaft glücklicher machen (aber nicht glücklich!). Daher sollte ein Kind auch nicht der Mittelpunkt der Beziehung sein, auch wenn es das unweigerlich tut. Am Anfang zumindest erscheint es so, als gebe es kein anderes Thema. Aber mit ein bisschen Aufmerksamkeit lässt sich so etwas vermeiden. Ich möchte betonen, dass ich hier natürlich ganz offen meine Meinung sage. Es mag andere Ansichten über dieses Thema geben, die selbstverständlich ebenfalls legitim sind. Das muss jeder selbst wissen.
Nicht jeder Partner geht so sehr in der Kinderbetreuung auf, wie die Mutter der Kinder. Manche Väter empfinden es sehr wohl als Erfüllung ihr Kind ins Bett zu bringen oder sogar Windeln zu wechseln und manche eben nicht. Sie begnügen sich mit dem Spielen und den anderen positiven spaßbringenden Angelegenheiten. Das sollte die Mamas aber nicht weiter stören. Die Wahrheit ist, dass meiner Theorie nach mindestens 80% der Kinderbetreuung immer noch an der Mutter hängen bleiben – egal wie die Lebensumstände sind. Was auch keine Schande ist. Ich für meinen Teil, weiß eh alles besser, und daher ist das schon in Ordnung so, wenn sich keiner einmischt – im Alltag. Außerdem bin ich momentan diejenige, die Zuhause ist, daher sehe ich es sowieso als meinen Job an, mich um das Kind (und sehr bald die Kinder) zu kümmern.
Worauf möchte ich nun hinaus? Die Beziehung zum Partner pflegt man besser, weil sich nicht immer alles ums Kind dreht oder drehen muss. Damit tut man sich auch selber einen Gefallen, denn spätestens nach einem Monat nach der Geburt erwischt es viele Mutter mit der Langeweile. Da sind andere Themen nur willkommen. Also tut es gut auch mal einen Blick in die Medien und das Weltgeschehen zu werfen. Mit Freunden zu telefonieren, E-Mails zu beantworten und Kontakte nicht zu vernachlässigen.
In unserer Partnerschaft vermeide ich außerdem meinen Lebensgefährten nur noch Papa zu nennen. Er hat einen Namen und dabei bleibt es auch. Wenn er nicht explizit danach fragt, nerve ich ihn nicht mit meinem anstrengenden Tag mit dem Kind. Oftmals erntet man eh nicht das Mitleid, dass man gerne hätte, sondern ein Nicken oder etwas anderes weniger zufriedenstellendes.
Ein Kind sollte soweit es seine Entwicklung zulässt, eine Bettgehzeit haben. Und zwar vor acht oder neun Uhr. Danach bleibt nämlich auch wertvolle Zeit zu zweit. Durch ein Kind gerät vieles durcheinander. Trotzdem lege ich Wert darauf, meinem Partner weiterhin meine Zuneigung zu zeigen und ich vergesse nie ihn wenigstens einmal am Tag zu umarmen oder mich an ihn zu kuscheln. Körperkontakt, trotz voll gesabberter Pullover, erhält die Liebe und Zuneigung unter den Eltern.
Auch mal die Frage, wie es dem Partner so geht, ist nicht nur aufmerksam, sondern zeigt, dass man nicht nur das Kinderthema im Kopf hat und sich durchaus bewusst ist, dass man außerdem in einer Beziehung lebt.
Zuletzt achte ich auch weiterhin auf mein Aussehen. Klar habe ich mich nach der Geburt zirka drei- oder viermal am Tag umgezogen. Man bekommt doch sehr viel an Milch und anderen Dingen ab. Aber was soll’s. Auch Make-Up fehlt bei mir sehr selten. Eine getönte Tagescreme, ein bisschen Rouge und Mascara geht super schnell und macht einen Unterschied. Spätestens wenn der Partner nach einem langen Tag mit Kind zu einem sagt: „Du bist schön, ich liebe dich.“ Dann hat es sich doch gelohnt und es wird einem selber warm ums Herz.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt auch Tage, an denen ich das oben Gesagte nicht befolge, nicht schaffe, mit den Gedanken woanders bin. Aber der tägliche Versuch, dem Partner ebenso Aufmerksamkeit zu schenken, wie dem gemeinsamen Kind, ist doch auch schon was wert.
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