Im nächsten Jahr

Weihnachten. Das Fest der Liebe lässt in mir sehr viele Kindheitserinnerungen zum Leben erwachen. Gute Erinnerungen. In den vergangenen zehn Jahren war dieser Zauber fast verschwunden. Wir haben uns in der Familie auch nicht mehr wirklich etwas geschenkt, sondern gewichtelt. Es wurde zu mühselig Menschen etwas zu schenken, die eigentlich wunschlos glücklich sind. Dafür haben wir Zeit zusammen verbracht, was auch sehr viel wert ist.

Im Ausland kommen diese Kindheitserinnerungen und die dadurch begleiteten Sehnsüchte zurück. Habe ich vor zwei Jahren noch gedacht, Weihnachtsmarkt ist auch jedes Jahr das gleiche, so fehlt es hier. Die frühe Dunkelheit, die Wärme drinnen, die Kälte draußen. Weihnachtsmusik, die Lichter. Die ganze Stimmung fehlt. Dieses Jahr habe ich immerhin Glühwein gemacht – war das ein Geruch! Der Geschmack erst, auch wenn ich nur genippt habe – der Rest war für meinen Mann.

In diesem Jahr habe ich erneut nichts dagegen unternommen, diesem Fehlen etwas zu nehmen. Nur auf dem Tisch ist ein bisschen Weihnachtsdekoration. Die Keksdose ist gefüllt. Im Schrank sind Omas Geschenke für ihren Enkel verstaut. Wir selber feiern Weihnachten nicht so wirklich. Aber ich komme ins Grübeln. Im nächsten Jahr, wenn unser Sohn zwei Jahre alt ist und dann so richtig die Dinge miterlebt, dann gebe ich aber Gas. Ich habe bereits Ideen, ich habe im Kopf Listen gemacht. Nun hat er am 26. Dezember auch noch Geburtstag. Aber das tut dem ganzen keinen Abbruch. Ich werde zwei Feste organisieren. Ich möchte meine eigene Tradition mitbringen.

Am 24. Dezember, la buena noche, bei uns der Heilig Abend, den verbringen wir bei meinen Schwiegereltern. Das werde ich auch nicht ändern. Ich mache ja meine neue Tradition. Ich weiß nur noch nicht, ob ich dann auch noch am 24. Dezember etwas zelebrieren möchte oder ein bisschen wie in den USA den 25. nutze. Letzteres ist vielleicht für mich etwas leichter. Und dann gehts am 26. gleich mit dem Geburtstag meines Sohnes weiter. Aber was soll’s. Wir machen das schon.

Im nächsten Jahr gibt es dann auch einen Baum und da können wir richtig Geschenke drunter legen, weil ja sicherlich oft die Geschenke aus Deutschland schon früh ankommen. Bäume kann man hier kaufen. Sogar echte! Wer hätte das gedacht. Obwohl ich nicht weiß, ob ich das mache. Ein bisschen Baumschmuck habe ich sogar aus Deutschland mitgebracht.Es gibt hier jede Menge, es fehlt kaum was. Dieser Hype kommt aus den USA. Auch die Mexikaner lassen nichts aus. Ich werde mitmachen! Ich möchte Kinderaugen glänzen sehen und den Zauber meiner Kindheit auch hier in unser mexikanisches Zuhause einfliegen lassen.

Kekse backen, Dekorieren, Basteln, Weihnachtsmusik – im nächsten Jahr wird es ein Fest!


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