Aus aktuellem Anlass, weil ich gestern Tante geworden bin, möchte ich ein bisschen über Geburt sprechen. Oft wird vermieden das Thema anzuschneiden. Mittlerweile sind die Frauen aber schon mutiger und möchten ihren Geschlechtsgenossinnen auch das nicht mehr vorenthalten. Am Ende ist es natürlich unnötig Ängste zu schüren, kann sich doch ein jeder vorstellen, dass eine entspannte Geburt viel schöner ist und weniger schmerzhaft. Zumal Erfahrungen anderer Frauen auch nicht viel wert sind, denn jede Schwangerschaft und somit auch jede Geburt ist anders. Auch bei derselben Frau.
Genug geredet – wie ist das nun, Geburt? Schmerzhaft? Ja! Schön? In Teilen. Ein magischer Moment? Na ja. Bei mir nicht so. Trotzdem war es wundervoll meinen ersten Sohn das allererste Mal auf meiner Brust, außerhalb meines Körpers zu spüren.
Bei mir ging das mit den Wehen zirka um 19 Uhr los. Wurde um 23 Uhr heftiger, so dass wir ins Krankenhaus sind. Um 5.30 Uhr war es dann noch schlimmer und das steigerte sich bis zur PDA – Anästhesie um 11 Uhr morgens. Dann bin ich kurz weggenickt, so eine halbe Stunde und dann ging es wieder stetig bergauf mit den Schmerzen bis ich es um 16 Uhr nicht mehr ausgehalten habe und noch eine Spritze wollte. Die wurde mir verwehrt. Ich müsse jetzt mal pressen, meinte die Ärztin nur. Ich konnte aber doch nicht mehr und war völlig fertig. Aber ich tat mein bestes. Und dann ging es doch recht schnell, ab in den Kreißsaal und um 16.58 Uhr war der kleine Kerl auf der Welt.
Im Allgemeinen waren es furchtbare Schmerzen. So wie Menstruationsschmerzen nur heftiger. So von hinten, vom Rücken nach vorne. Teilweise konnte ich wirklich spüren, wie meine Beckenknochen auseinander gingen. Total heftig. Ich habe versucht zwischen den Wehen zu entspannen und durchzuatmen, bis die nächste Welle kam. Ich hatte die Tage danach übelst Muskelkater in den Armen, weil ich mich so sehr an dem Bettrand festgekrallt hatte. Also, schön ist das nicht
Aber man hört von kurzen Geburten. Von Frauen, die kaum Schmerzen gespürt haben. Es kommt wirklich darauf an. Ich bin unsportlich und ein Waschlappen, was Schmerzen angeht. Das ist dann wohl das Resultat. Allerdings hatte ich eine sehr, sehr schöne Schwangerschaft und bin im neunten Monat noch auf eine Pyramide hoch (siehe Titelfoto).
Man vergisst die Schmerzen. Jeden Tag nach der Geburt habe ich es mir ins Gedächtnis gerufen. Ich wollte nicht vergessen. Aber wer will, der kann! Und ich bin schon wieder schwanger und freue mich auf mein zweites Baby. So schlimm kann es am Ende dann also nicht gewesen sein.
Habt keine Angst und bekommt Kinder. Was die Bedingungen vor Ort angeht, verweise ich auf meinen anderen Blog und den dortigen Beitrag zur Geburt.
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