Was brauchen Eltern am Anfang für ihr Baby? Das ist abermals eine Frage, die sich individuell beantworten lässt. Es kommt auf die Wohnverhältnisse, das Klima, die Familiensituation und auch auf den Geldbeutel an. Informieren sollte man sich so oder so. Ich erinnere mich gut daran, wie ich tagelange vor dem Computer saß und erst einmal geschaut habe, was für Möglichkeiten es überhaupt gibt. Hier thematisiere ich erstmal nur das Schlafen – andere Möbel folgen in einem anderen Beitrag, sonst wird es zu viel.
Das Bett. Beistellbett, Stubenwagen, Kinderbett oder doch bei den Eltern? Jede Möglichkeit hat Vor- und Nachteile, Kritiken, positive wie negative. Man sollte sich fragen, ob gestillt wird oder nicht. Möchte ich nachts einen weiten Weg haben, um dem Kind die Brust zu geben? Oder muss ich sowieso in die Küche für die Flasche? Wo ist das Kinderzimmer und wo ist das Elternschlafzimmer? Möchte ich nachts Treppen steigen? Mit anderen Worten, die räumlichen Fragen müssen gestellt und geklärt werden. Manche haben ja vielleicht kein Kinderzimmer, noch nicht. Oder manche haben ein riesiges Haus mit langen Wegen.
Als nächstes kommt die praktische und die Geldfrage. Ein Beistellbett und ein Stubenwagen reichen nicht bis zur Einschulung. Das bedeutet, mit der Zeit muss man unweigerlich ein Kinderbett oder Einzelbett kaufen. Einschließlich Matratze und Bettzeug. Also zwei Ausgaben und was passiert dann mit dem Stubenwagen? Oder möchte ich, dass das Kind tagsüber in meiner Nähe schläft…?
Und dann mein liebster Bezug in diesem Blog: Bekomme ich das, was ich will, auch dort, wo ich wohne? Wie schon erwähnt, ich wohne in der Provinz. Hier gibt es exakt einen guten Laden mit Kindersachen und Zubehör. Es gibt außerdem zwei, drei Möbelhäuser, die bedingt Kindermöbel verkaufen. Von der Qualität möchte ich nicht sprechen. Auswahl ist demnach gering.
Außerdem sind die zwei Schlafzimmer in unserer Wohnung klein, wie es so oft in mexikanischen Häusern zu finden ist. Es sei denn, dass Bett steht im Wohnzimmer. Auch schon gesehen…
Mehr als ein Queen-Size-Bett (155cm Breite) mit zwei Nachttischen passt bei uns nicht rein. Unser Sohn wurde im Dezember geboren. Es ist unendlich kalt in Mexiko im Winter. Und es ist gefühltes Alaska für Eltern mit einem Neugeborenen. Die Elektroheizung lief bei uns den ersten Monat 24 Stunden lang.
Was haben wir also gekauft? Ich habe gestillt und keine Lust nachts großartig aufzustehen. Unser Bett war zu klein, damit das Baby da drin schläft und wie so viele Eltern hatte ich Angst, dass wir ihm schaden können. Beistellbett oder Stubenwagen? Gibt es nicht zu kaufen. Am Ende haben wir ein Reisebett gekauft. Unter diesem Namen ist es in Deutschland bekannt. Die Matratze hat zwei Stufen. Mitte und unten. So lag das Baby quasi direkt auf meiner Höhe neben mir. Ein Nachttisch musste weichen und mein Mann musste mehr oder weniger ins Bett krabbeln, weil wir das Bett an der einen Seite fast ganz an die Wand geschoben haben. Geht alles. Man muss sich nur drauf einlassen. Das Reisebett war für uns damals die beste Lösung. Wir dachten, dass wir vielleicht auch mal bei den Schwiegereltern übernachten und so das Bett mitnehmen können. Nette Idee, aber nie getan. Nun gut, das kann auch passieren. Man lernt oft erst mit der Zeit, was der richtige Weg für einen persönlich ist.
Daunendecken fürs Kind? Gibt es bei uns nicht. Die Mexikaner arbeiten klassisch mit Schichten: Bettlaken, eine Decke, noch ’ne Decke, Tagesdecke. Wir haben aktuell vier Schichten; unser Kleiner drei, plus Schlafsack und drei Schichten am Körper (!). Also auch hier, schauen, was kann ich bekommen, wie sind die Gepflogenheiten und was für ein Typ ist mein Kind – manche Kinder sind von Natur aus sehr warm! Man sollte es auch nicht übertreiben.
Tipp: Neugeborenen hilft es, wenn man die Matratze vorne etwas anhebt. Das hat was mit Reflux zu tun, also wenn die Milch wieder hochkommt. Wir haben eine Keilmatratze gekauft, aber es hilft wohl auch einen Aktenordner unter die Matratze so schieben. Der Effekt wird wohl der gleiche sein.
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