Tragetuch

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal zu dieser Fraktion gehöre, aber es ist nun einmal so. Ein Tragetuch ist eine wertvolle Angelegenheit. Egal, wie lange man es nutzen möchte oder mit welcher Intensität. Gerade in den ersten drei Monaten, wenn das Baby erst einmal ankommen muss in der neuen, lauten, kalten Welt gibt ihm ein Tragetuch Sicherheit und Geborgenheit und kann es wunderbar beruhigen.

Ich merkte sehr schnell, dass ich so etwas wie ein Tragetuch oder eine Tragehilfe dringend brauchte. Obwohl ich den ersten Monat das Haus nicht verlassen habe. In Mexiko ist das nichts ungewöhnliches. Gerade, wenn es Januar ist. Es war einfach sehr kalt. Und man sollte bedenken, es gibt hier auch keine Heizung, so dass man das Kind aufwärmen kann. Daher bleiben die Frauen drinnen mit den Babys und wickeln sie gut ein. Sich selbst am besten auch.

Glücklicherweise ist mein Partner Dozent und hatte Winterferien an der Uni. Daher konnte ich mir das erlauben. Viele können sich das natürlich nicht leisten, müssen einkaufen gehen etc. Mir hat nun das Tragetuch besonders im Haushalt geholfen. Mein Sohn hat bei mir geschlafen und um sich geguckt, sofern er das schon konnte. Auch später bin ich so raus mit ihm. Aufregend fand er das, alles zu bestaunen.

Ich hatte außerdem auch noch so einen Känguruh-Rucksack, die wegen der Haltung des Kindes diskutiert sind, aber ganz schnell für Zuhause war es erleichternd, anstatt erstmal fünf Minuten zu binden. Muss jeder selber für sich herausfinden.

Dann gestehe ich noch, dass ich auch kein richtiges Tragetuch habe, sondern mir einen gut gewebten Stoff geholt habe und mir durch Youtube-Videos die Kreuzwickel-Tragetechnik angeeignet habe. Damit komme ich am besten klar und fühle mich am sichersten mit meinem Kind.

Ich muss dazu sagen, dass ich hier in dieser Stadt Zacatecas keinen Kinderwagen benutzen konnte. Die Stadt liegt in den Bergen, sie ist alt, sie hat schreckliches Pflaster und zudem sind die Straßen oft sehr schlecht, es gibt oft keine Bürgersteige. Das Baby wäre durchgeschüttelt geworden! Meine Handgelenke! Himmel, nein. Tragetuch ist da die einzige Möglichkeit und ich fand es so oft so praktisch. Ich muss nicht aufpassen, wo ich lang laufen kann. Ich brauche keinen Fahrstuhl. Ich brauche keine Hilfe bei Stufen. Ich muss nicht aufpassen, mein Kind nicht aus den Augen zu lassen. Es ist immer bei mir und spürt meine Wärme. Wundervoll.

Ich würde ein Tragetuch auch jetzt mit seinen elf Monaten noch nutzen, wenn ich nicht im sechsten Monat schwanger wäre. Es geht jetzt einfach nicht mehr. Über das Abenteuer Karre in Zacatecas berichte ich noch zu einem späteren Zeitpunkt.

Tipp: Ein Spucktuch zwischen sich und den Kopfbereich des Kindes legen, wenn es vor dem Bauch ist. Schützt die Kleidung vor Milch und Spucke und das Baby vor Knöpfen oder Mustern auf dem T-Shirt.

Tipp 2: Kind obenrum nicht so warm anziehen. Man wundert sich wie warm der eigene Körper ist. Es könnte sehr viel schwitzen. Füßchen und Beine hingegen gut einpacken, die hängen schließlich raus. Ich habe manchmal sogar noch eine Decke drum gewickelt. Da sah dann so aus:

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