Das Ärztesystem in Mexiko ist anders als in Deutschland. Eine Krankenversicherung zu haben ist hier keine Pflicht. Es gibt dennoch verschiedene Versicherungssysteme, in die man einzahlen kann. Außerdem gibt es Versicherungen für Angestellte im öffentlichen Dienst und auch eine einfache öffentliche Versicherung, in die jeder eintreten kann, wenn er den Beitrag bezahlt.
Trotzdem können sich viele auch die einfachste Versicherung nicht leisten. Aber das ist ein anderes Thema. Warum ich das mit den Versicherungen erzähle, hat folgenden Grund. Jede Versicherung hat sein eigenes Krankenhaus und Ärzteteam. Darüber hinaus gibt es auch noch private Krankenhäuser, die meist kirchliche Träger haben. Und zu guter Letzt gibt es noch einige niedergelassene Ärzte.
Was ich betonen möchte, bevor man in einem anderen Land ein Kind zeugt oder bekommt oder überhaupt in einem anderen Land leben möchte, sei es für eine Zeit oder für immer, eine Krankenversicherung oder die Information über das Krankensystem vor Ort ist enorm wichtig, auch ohne Schwangerschaft. Mit Schwangerschaft noch viel mehr, weil man ansonsten vielleicht Kosten hat, die durch ein bisschen Recherche im Vorfeld nicht nötig gewesen wären.
Als wir in Mexiko angekommen sind, hatte ich keine Versicherung und ich hatte auch keine Auslandskrankenversicherung, die eine Routine-Schwangerschaftsuntersuchung abgedeckt hätte. So haben wir uns an ein privates Krankenhaus gewandt, in dem ein Gynäkologe seine Praxis hat. Dieser Arzt, Dr. Santana, hat mir und uns so gut gefallen, dass er bis heute mein Frauenarzt ist. 400 Pesos (zirka 22 Euro) kostete eine Untersuchung mit Ultraschall und Vorgespräch und am Ende bekam ich eine DVD mit dem Video des Ultraschalls. Mittlerweile hat er seinen Preis erhöht und die Untersuchung kostet 500 Pesos, aber das ist auch noch zu vertreten.
Außerdem habe ich, dank meines erstens Kindes, nun eine Versicherung. Weil mein Mann als Dozent an der Uni arbeitet, ist es möglich, dass unsere ganze Familie über ihn im ISSSTE (Instituto de Seguridad y Servicios Sociales de los Trabajadores del Estado) mitversichert wird. Somit gehe ich parallel nun auch zu einem anderen Gynäkologen, weil ich in diesem Krankenhaus mein zweites Kind gebären werde. Das mit der ersten Geburt breite ich besser hier nicht aus, das würde den Rahmen eines Blogeintrags sprengen, ich kann aber auf meinen Mexiko-Blog verweisen.
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