Es ist März und in der Universität streiken die Dozenten. Und das bereits seit zwei Wochen. Für mich ändert sich nicht viel im Alltag, außer, dass das zu bearbeitende Unimaterial sich nicht vermehrt. Ist auch nicht das Schlechteste für meine persönliche Lage. Und mein Freund ist sehr oft Zuhause. Für ihn auch nicht das schlechteste, weil er viel Zeit mit seinem Sohn verbringen kann.

Die Dozenten streiken, weil die Universität über Jahre ihre Krankenversicherungsbeiträge und auch Kreditbeiträge nicht bezahlt hat. Das ist erst viel später rausgekommen. Bisher fehlen wohl zirka eine Milliarde Pesos. Wer die sich in die Tasche gesteckt hat, kann man wohl nie mehr herausfinden. Das Problem muss jetzt allerdings mal gelöst werden.
Momentan ist von Arbeitsplatzkürzungen die Rede. Die Regierung hat vorgeschlagen, dass Geld zu geben, wenn die Uni im Gegenzug mal richtig aufräumt. Es gebe viele Angestellte, die quasi nicht arbeiten, aber trotzdem ein Gehalt beziehen.
Mal abwarten. Die Studenten langweilen sich derzeit oder bringen ihren Dozenten etwas zu Essen, während sie vor der Universität Wache halten. Oder sie unterstützen die Dozenten bei ihren Protestmärschen.
Die Uni hat ihre eigene Form gefunden, den Streik zu beenden: Einfach keine Gehälter gezahlt. So kann man seine Angstellten natürlich auch unter Druck setzen, dass sie wieder arbeiten gehen. Und viele Menschen leben hier von Gehalt zu Gehalt – das wird alle 14 Tage gezahlt. Der Streik nimmt also bestimmt bald ein Ende.
Entdecke mehr von NORA SCHMACKERT
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
