Stille Nacht

2014-12-23 22.38.57

Das erste Weihnachten nicht Zuhause. Das erste Weihnachten nicht in Deutschland. Heimweh-Gedanken? Ja, manchmal überkommt es mich. Vor zwei Wochen ganz heftig. Mir fehlte am Ende dann doch die Atmosphäre eines Weihnachtsmarktes. Die Kälte. Das Kribbeln, wenn man von draußen die warme Wohnung betritt. Heißer Kakao oder Tee mit Stövchen sind fest verbunden mit diesem Gefühl. Außerdem die Dunkelheit – klingt blöd, aber ist so. Und die Lichterbögen in den Fenstern. So viele Häuser, die festlich geschmückt sind. Gelbe Lichter, Kerzen. Der Duft von Schmalzkuchen in den Einkaufsstraßen. Der Stress! Jaha,… klingt noch seltsamer, aber so ist es nun mal. Das gehört alles dazu und das habe ich nun das erste Mal vermissen dürfen.

Vor einem Jahr, einen Tag vor Weihnachten, habe ich mit meinem Freund seine Doktorarbeit gebunden. Damit war es besiegelt: Sein Grund, in Deutschland zu sein, war beendet und er konnte zurück nach Zacatecas, um als Dozent zu arbeiten. Und mir wurde eine Möglichkeit geschenkt, die ich ohne ihn nie gehabt hätte. Was seitdem alles passiert ist! 2014 wahr wirklich ereignisreich. So viele Veränderungen, die noch nachwirken und das über lange Zeit – wahrscheinlich bis an mein Lebensende  – die wohl größte macht sich gerade mit einem kleinen Tritt in meinem Bauch bemerkbar…

Ich wünsche allen Lesern ein angenehmes Weihnachtsfest, wo auch immer ihr seid. Das ihr glücklich seid, wenigstens ein paar Stunden in diesen Tagen möglichst aber die gesamte Zeit. Das ihr resümiert, über das vergangene Jahr nachdenkt, aber noch nicht über das Neue. Das heben wir uns für nächste Woche auf. Und dass ihr in diesem Zwischenuniversum „Weihnachten“ ordentlich esst und genießt.

Wir fahren morgen aufs Dorf – Tamales zubereiten. Eine kleine Tradition. Die ganze Familie gemeinsam. Tamales sind wie Maultaschen, nur aus Maisteig, gegart in Maisblättern, gefüllt mit Chili oder Fleisch oder beidem. Es gibt auch einen Punsch mit Früchten und es gibt buñuelos – ein frittiertes Gebäck. Das alles werde ich probieren, bei Sonnenschein und 17 Grad Celsius und ab und an ein bisschen an die Kälte und die Stille Nacht in Deutschland denken.


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2 Comments

  1. Ach, das fehlende Weihnachtsfeeling kann ich ja so nachfühlen!

    Aber nach drei Weihnachten in Süditalien kann ich Dir sagen, dass ihr in den nächsten Jahren, eigene Traditionen entwickeln werdet, die euer Weihnachten ganz besonders machen dürften – zumal ihr bald nicht mehr allein seid (Herzlichen Glückwunsch!). Und Weihnachten mit Kindern ist ohnehin viiiiel schöner und weihnachtlicher. Kopf hoch und die Maultaschen genießen! :)

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    1. Liebe Corinna!
      Danke für deine Worte und du hast natürlich so etwas von recht! Das nächste Mal werde ich ein bisschen mehr Weihnachten in die Wohnung einziehen lassen und, klar, mit Kind erlebt man Weihnachten nochmal neu. Darauf freue ich mich dann wieder.
      Ich hoffe ihr hattet schöne Feiertage! Bei uns war es schön und spätr auch etwas turbulent… aber davon mehr im Blog ;)

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