Auf dem Dorfe

Ein weiteres Wochenende auf dem Dorf geht zu Ende. Ich bin schon wieder zurück mit meinem Freund in unserer Wohnung in Zacatecas und wir müssen noch einige Dinge für mein Visum schreiben und ausfüllen. Denn die 30 Tage, die ich habe für die Regelung meines Aufenthaltstitels sind fast rum. Ansonsten muss ich eine Strafe zahlen.

Gerade habe ich außerdem meine Hausaufgaben für Informatik per E-Mail an die Lehrerin geschickt. Wir sollten fünf Computer-Viren raussuchen und was sie so anstellen. Immerhin erledigt. Auch Englisch habe ich brav gemacht. Letzte Woche hatte ich es wirklich komplett vergessen. Aber ich glaube ohne Konsequenz seitens des Lehrers.

Charros in Tacoaleche

Als wir dieses Wochenende mit der ganzen Familie den üblichen Sonntagseinkauf in Tacoaleche gemacht haben, war gerade mal wieder ein religiöses Fest und eine Prozession. Das passiert öfter. Gefeiert wird gerne. Und bei religiösen Festtagen wird neun Tage (!) vorher angefangen. Auch mit Böllern, die unkontrolliert knallen und einen schreckhaften Menschen wie mich zusammenzucken lassen. Das Bild hat freundlicherweise mein Schwager aufgenommen, weil ich mein Handy nicht dabei hatte.

Es hat übrigens diesen Sommer so unregelmäßig und wenig geregnet, dass wir seit heute wissen, dass die gesamte Bohnenernte meiner Schwiegereltern dahin ist und nichts mehr wird. Dieses Jahr gibt es also theoretisch kein Einkommen. Das ist das harte Leben eines mexikanischen Bauerns. Nur vier Hektar von 25 haben überlebt.


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