Muezzin in Zacatecas

Ich bin gerade dabei Essen zu kochen und zwar ganz viel, weil ich das erste Mal Gastgeberin sein werde in meinem neuen Zuhause in Mexiko. Es kommen war „nur“ die Schwiegereltern und der Schwager, aber trotzdem soll alles natürlich schön werden. Wir haben noch gar nicht so die Topfauswahl, daher habe ich zweimal gekocht. Dasselbe Gericht, aber eben in zwei Behältern.

Der Grund, warum ich aber gerade schreiben möchte, ist, dass der Gasmann rumfährt. Das ist völlig normal, weil hier Gas für die Boiler und den Herd gebraucht wird. Deshalb haben die Häuser auch alle die Gastanks auf den Häusern. Gleich neben den Wassertanks. Aber was so lustig ist, dass ich mich das erste Mal, als ich den Gasmann gehört habe, das war auf dem Dorf, da habe ich mich doch sehr gewundert. Denn ich hörte nur ein Schreien am frühen Samstagmorgen, von dem ich geweckt wurde. „Aaaaaaaahhhhhh“ – aber sehr melodisch. Und für mich hörte sich das an, wie wenn der Muezzin vom Minarett „Allah Akbar“ runter ruft – obwohl das ja auch schon lange über Lautsprecher geht und niemand mehr wirklich darauf kraxelt. Aber gut. Auf jeden Fall hat sich dieses Rufen für mich, genauso angehört. Und ich habe ganz verstört meinen Freund geweckt. „Was ist das!?“, fragte ich. „Der Gasmann“, kam es nur murmelnd zurück. Aha. Und dann habe ich besser hingehört und tatsächlich verstanden, was er ruft: „Gaaaaaaaaaas. Gaaaaaaaaaas. Gaaaaaaaaaaas, Gaaas y Buten!“
Da musste ich gerade daran denken, als ich selbige Rufe eben wieder gehört habe. Übrigens, kommen auch diese Rufe über den Lautsprecher vom Band…


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