Ein Woche Universität liegt nun hinter mir. Noch war es nicht sonderlich anstrengend, weil bei den meisten Kursen erstmal der Plan für das Semester vorgestellt wurde, wie wir arbeiten werden und fast überall gab es eine Vorstellung der einzelnen Studenten. Da wir als Gruppe alle den gleichen Unterricht haben, sollte man meinen, es werde spätestens beim dritten Mal langweilig. Aber, nein. Ich weiß trotzdem noch nicht die Namen von all den 30 Leute aus meiner Gruppe und es wird wohl noch etwas dauern, bis ich die Alejandros, Tiffanys und Lauras kann. Im Englisch-Unterricht sollten wir wenigstens Schilder malen, das kannte ich noch aus der Schule. Das hilft mir, denn einige Namen verstehe ich oft nicht. Wegen der Aussprache oder weil sie aus dem Nahuatl abstammen – einer indigenen Sprache. Aber auch mit Schildern hilft es mir nur bei denen, die mir gegenüber oder leicht seitlich sitzen… den Rest in meiner Reihe konnte ich ja nicht lesen.
Aber genug über die Namen geschrieben. Ich habe einen relativ lockeren Stundenplan. Zwei Vorlesungen pro Tag. Die Anzahl meiner Vorlesungen hat sich noch mal reduziert, weil ich vom Deutschunterricht befreit bin. Sie beginnen mit dem ABC und den einfachsten Phrasen: „Wie heißt du?“ und so etwas. Das brauche ich gerade wirklich nicht mitmachen – meinte auch die Koordinatorin des Bachelors und Deutschlehrerin Isabel. Das ist gut so, weil ich, ehrlich gesagt, mit Spanisch genug zu tun habe. Heute in Linguistik habe ich es richtig gemerkt. Ich muss wohl oder übel hart arbeiten. Vor-arbeiten. Weil ich nicht so schnell bin, wie die anderen, wenn es darum geht, einen Text zu lesen und Fragen zu beantworten, für die wir vielleicht zehn Minuten Zeit bekommen und die dann besprochen werden. Und dann wird man im Kurs auch einfach drangenommen, ohne Meldung. Das natürlich bei jedem Lehrer anders, aber nun gerade in Linguistik nicht.
Weiter habe ich noch Geschichte mit dem Schwerpunkt Sprachen, Informatik, Englisch und Spanisch und außerdem Strategien des Lernens. Vieles habe ich zweimal die Woche. Mit Englisch habe ich kaum Probleme. Der Lehrer hat außerdem keinen mexikanischen Akzent und spricht einwandfrei. Er war auch der Lehrer, der mich in meinem Englischtest interviewt hat, falls sich wer zurückerinnert. Von den Klassen her ist alles in bester Ordnung. Viel kann ich noch nicht sagen, weil wir erst nächste Woche so richtig anfangen. Ich habe schon mein erstes Englischbuch gekauft und das nächste folgt hoffentlich am Montag. Ein Skript für Linguistik – ein Mädel wollte es für mich kopieren.
Ansonsten ist hier normaler Frontalunterricht angesagt. Da viele noch 18 sind und gerade aus der Schule raus sind, wurde auch am Anfang noch so was erwähnt wie: In den Gebäuden wird nicht geraucht. Klebt keine Kaugummis unter die Tischplatten. Entfernt die Stühle nicht aus den Kursräumen… und so weiter.
Fazit der ersten Woche: Es wird anstrengend, aber es macht unglaublich viel Spaß! Auf Einzelheiten komme ich in weiteren Beiträgen zu sprechen.
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