Es regnet in Stroemen und ich bin in ein Internetcafe gefluechtet. So kann ich mich nun endlich aus Mexiko zurueckmelden, auch wenn wir in unserer Wohnung noch kein Internet haben. Dank Regen also gebe ich einen kurzen Bericht.
Seit Donnerstag bin ich wieder hier in Zacatecas. Es ist sehr viel passiert in dieser Zeit. Ich moechte allerdings so ungern einen Zeitraffer hier anbringen. Ich beschraenke mich auf ein paar Dinge. Mein Rueckflug war famos! Ich habe zwar in den sauren Apfel gebissen und mir ein Lufthansa-Ticket geleistet, aber dafuer wurde ich in die Business-Class befoerdert. So lebt es sich doch prima. Wer es nicht kennt. Es gibt Stoffservietten, Porzellangeschirr und Metallbesteck! Ausserdem wurde mir nach dem Start ein Drei-Gaenge-Menue serviert. Um es zu geniessen musste ich erstmal mein flauschiges Kissen beiseite legen und meine Sitz aus der kompletten Liegeposition in die Sitzposition manoevrieren. Alles per Knopfdruck versteht sich. Ich war schwer beeindruckt. Konnte allerdings doch nicht schlafen, weil wir ueber den Tag geflogen sind und ich habe es nicht so mit dem Schlafen in Verkehrsmitteln. Aber entspannt war ich trotzdem.
Das brauchte ich auch denn das Abenteuer fing in Mexiko-Stadt erst richtig an. Ich hatte Frankfurt- DF und DF-Zacatecas seperat gebucht und musste daher einmal komplett auschecken und wieder einchecken. Mitsamt den Koffern. Ausserdem musste ich in Mexiko-Stadt von Terminal 1 zu Terminal 2 wechseln, wo die Inland-Fluege abgehen. Ich habe mir zwar einen Gepaecktraeger gesucht, aber der konnte mir mit meinen gewichtigen zwei Koffern auch nur bis zum Terminal-Zug weiterhelfen. In Terminal 2 habe ich mich dann langsam und schnaufend weiterbewegt und war meine Lufthansa-Entspannung entgueltig los, als ich dann meine Koffer endlich aufgegeben hatte.
Ich musste zum Glueck nichts extra bezahlen. Weil ich aus Europa gekommen bin, also einen internationalen Flug hinter mir hatte – obgleich ich seperat gebucht hatte. Also … das nenne ich Kulanz! Die Lufthansa war aber auch kulant mit meinem 24, 5 Kilogramm Koffer. Auch wenn man es wohl eher verschweigen sollte, aber sie haben ihn anstandslos angenommen. Ich musste nur den normalen Preis fuer den Extra-Koffer bezahlen. Glueck gehabt also. Was hatte ich vorher fuer eine Angst!
In Zacatecas bin ich gut gelandet. Die Maschine hatte nur drei Sitze in jeder Reihe. War also fuer zirka 60 Personen. Aber es war nicht die wacklige Angelegenheit, wie ich dachte. Nur bei der Landung habe ich dann doch ans Universum appelliert, dass der Pilot das Flugzeug bitte gerade halten kann, denn es war sehr windig. Aber er flog sehr sanft und so war die Landung ebenfalls nicht so heftig, wie ich dachte. Gluecklich angekommen, also.
Jetzt bin ich wieder zurueck und alles ist erschreckend normal. Und eben irgendwie doch nicht. Ich wohne nun mit meinem Freund in unserer Stadtwohnung, wenn man es so hochtrabend ausdruecken moechte. Langsam wird es auch immer wohnlicher. Die Kueche kann man schon richtig benutzen. Wir haben einen Haushaltseinkauf bereits hinter uns. Es fehlt aber noch etliches, so ist es eben, wenn man von Null anfaengt.
Eine grosse Sache muss ich allerdings nochmal anmerken, fuer alle Auswanderer oder solche, die es werden wollen. Verkauft doch nicht jedes Ding, dass ihr besitzt. Ein Kochloeffel und auch Klebezettel, passen noch in jeden Koffer und man muss im neuen Land nicht gleich losrennen und ALLES neu kaufen. Ich freue mich mittlerer Weile ueber ein paar Haushaltsdinge, die ich meiner Mutter am Ende gegeben hatte und die sie noch hatte. Bei Schreibwaren bin ich froh, dass ich aufgrund meines Schreibwarenticks auf vieles schon bestanden hatte, es mitzunehmen. Trotzdem aergere ich mich noch ueber so einige Kleinigkeiten, die ich getrost haette mitnehmen koennen. Also, Fazit: Nutzt die Luecken, dann muesst ihr keine Kugelschreiber oder Schaelmesserchen oder so kaufen.
Entdecke mehr von NORA SCHMACKERT
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
