Wasserphilosophische Kofferpackpause

Das Internet hat einige Zeit schlapp gemacht. So musste ich Artikel schieben, die ich noch im Hinterkopf habe. Aber ich werde sie niemandem vorenthalten. Mitte August melde ich mich dann wieder von der Mexiko-Front. Bis dahin schreibe ich aus Deutschland und mit den Themen, die dann auf mich einprasseln oder eben auch nicht.

Mein Koffer steht hier neben mir und ist noch geöffnet. Ich blicke umher, um nichts zu vergessen und um Dinge einpacken zu können, denn er ist sehr leer. Es wartet eben noch einiges an Winterklamotten auf mich bei meinen Eltern und daher fliege ich leer zurück nach Deutschland und voll wieder nach Mexiko. Sozusagen. Ein bisschen Angst habe ich um die Geschenke, wegen der Lücken im Koffer können die sich nämlich gut bewegen, aber da muss ich jetzt einfach mal die Daumen drücken und durch.

Ich fliege zwar erst in zwei Tagen, doch da Mexiko so groß ist, will selbst die Anreise zum Flughafen geplant sein. Ich leiste mir keinen Inlandflug, sondern fahre wieder Bus. Diesmal in einem Doppeldecker-Bus.

Was werde ich vermissen? Paradoxerweise wohl, dass es sich hier nachts abkühlt. Angeblich erwarten mich ja 35 Grad Celsius in Norddeutschland. Nun ja, mal sehen. Heute kann das Klima hier voll mithalten. Stahlblauer Himmel, kaum eine Wolke und Sonne, Sonne, satt. Nur so was wie Freibad oder Gartendusche oder Rasensprenger, das ist hier nicht Gang und Gebe. Eine Sache, die ich ein bisschen aus der Heimat vermisse. War doch immer das Schönste, sich im Garten abzukühlen und dann nass weiterzulaufen, bis die Kleidung wieder trocken war … und dann von vorne. Na ja, nicht in einem Land, wo die Kostbarkeit des Wassers und der Wassermangel so deutlich ist. Fließend Wasser aus dem Kran gibt es auch nicht immer. Nachts ist es abgestellt und an manchen Tagen auch tagsüber. Ein Dorf weiter gibt es nur dienstags und freitags Wasser aus der Leitung. Da füllen alle dann ihre riesigen Wassertanks auf dem Dach auf. Und wer das nicht macht, hat halt Pech gehabt.

Hier im Dorf weigern sich alle paar Monate ein paar Leute (es sind auch noch entfernte Verwandte „meiner“ Familie) ihren Anteil der Wasserrechnung zu zahlen. Und dann bleibt das ganze Dorf drauf sitzen und es gibt kein Wasser, bis die Rechnung nicht bezahlt ist. So kann es vorkommen, dass es wochenlang kein Wasser gibt. Doch wir sind wohl immer recht sparsam umgegangen, denn bisher war es noch nicht so, dass ich den Hahn aufgedreht habe und es kam kein Wasser – zumindest nicht im Badezimmer, was ja an den Wassertank angeschlossen ist.

Nun gut. Genug wasser-philosophiert. Ich grübel jetzt nochmal ein bisschen über meinem Koffer und melde mich dann aus Deutschland zurück. Hasta pronto!


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